Gelsenkirchen

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Hiobsbotschaft Bleistahl-Schließung: Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Wie oft schon traf Kollegen die Nachricht von Betriebsschließungen in der Vorweihnachtsszeit plötzlich und hart - eine unsägliche Bescherung! Just ist der Haushalt beschlossen, schon gibt es Anlass für große Sorgen - und Protest!

AUF Gelsenkirchen

"Das ist eine Katastrophe für die 96 Kollegen und ihre Familien", so Jan Specht, Stadtverordneter für AUF Gelsenkirchen. "Es erinnert mich an die kaltschnäuzigen Schließungen von Wellpappe, von Nokia kurz vor den Feiertagen. Schon erhebt sich wieder der Chor der jammernden Beschwichtiger aus der SPD. Sozialverträglich, Interessenausgleich, Sozialplan, Gründung einer Transfergesellschaft - das allzu bekannte Vokabular der Arbeitsplatzvernichtung. Aber die Arbeits- und Ausbildungsplätze fehlen unwiederbringlich! Die Belegschaft ist gut beraten, hart um jeden Euro und hart um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen und sich nicht durch individuelle Angebote und Versprechungen auseinander dividieren zu lassen."

 

Wie "sozialverträgliche" Arbeitsplatzvernichtung aussieht, davon können die Wellpappe-Kollegen ein Lied singen. Das unter neuem Namen eröffnete Werk der Palm-Gruppe - Monowell in Schalke - hat ihnen keine Beschäftigung gebracht. "Großzügige Weihnachtsgeschenke" haben sie vor kurzem bekommen, fünf Jahre nach der Schließung durch Insolvenz. Viele Kollegen bekamen Beträge der Restzahlung aus der Insolvenzmasse zwischen 1,50 und 9 Euro. Einen Bericht, wie sich das Geld zusammensetzt, bekamen sie nicht. Man kann sich die Freude der Kollegen lebhaft vorstellen. Kerzen oder eine Lichterkette können sie sich nun immerhin leisten.

 

Eine Schlussfolgerung des Arbeiterratschlags auf Initiative von AUF Gelsenkirchen 2019 war: Gelsenkirchen muss wieder kämpfen lernen! AUF Gelsenkirchen wird auf der heutigen Montagsdemonstration gegen die Arbeitsplatzvernichtung bei Bleistahl protestieren. Treffpunkt ist am 13. Dezember um 17.30 auf dem Heinrich-König-Platz, Bahnhofstraße. Dazu sind alle herzlich eingeladen.

 

Martina Reichmann, AUF Gelsenkirchen