Regionale Umweltkatastrophe

Regionale Umweltkatastrophe

Tornado verwüstet in Kentucky ganze Landstriche

Mehrere Tornados haben am Wochenende in den USA riesige Verwüstungen angerichtet. Der Nachrichtensender CNN berichtete von mehr als 30 Tornados in sechs Bundesstaaten, neben Kentucky trafen die Stürme Mississippi, Missouri, Tennessee, Illinois und Arkansas.

Rote Fahne
Tornado verwüstet in Kentucky ganze Landstriche
Nicht ein Tornado, sondern ein ganzer Schwarm raste am Wochenende über mehrere US-Bundesstaaten

Mehrere Tornados haben am Wochenende in den USA riesige Verwüstungen angerichtet. Der Nachrichtensender CNN berichtete von mehr als 30 Tornados in sechs Bundesstaaten, neben Kentucky trafen die Stürme Mississippi, Missouri, Tennessee, Illinois und Arkansas. Der New York Times zufolge sind allein in Kentucky mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen.

 

In Kentucky hat der Sturm besonders stark gewütet und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Normalerweise ist die Tornado-Saison in den USA eher von März bis Juni, in dieser Zeit sind die Bedingungen in der Atmosphäre am häufigsten so, dass Windhosen entstehen können. Dass im Dezember ein solcher Tornado-Schwarm auftritt, ist ungewöhnlich. US-Meteorologen vermuten, dass unter den Tornados solche in den höchsten Kategorien waren.

 

Besonders zerstörerisch war die Windhose, die Mayfield in Kentucky traf, und dabei eine Kerzenfabrik in Trümmer legte. Trümmerteile wurden elf Kilometer hoch in die Luft geschleudert. Offenbar raste dieser Tornado über eine Strecke von mehr als 370 Kilometern durch vier Bundesstaaten - die längste Tornado-Schneise seit Beginn der Aufzeichnungen.

 

Am Wochenende kamen alle Voraussetzungen für heftige Tornados zusammen: Die große Temperaturdifferenz zwischen dem Norden und dem Südosten der USA, mit Minusgraden in Minnesota und mehr als 25 Grad Celsius in Tennessee, produzierte eine Front, an der warme und kalte Luftmassen mit Wucht aufeinandertrafen. Hinzu kam eine deutliche Windscherung. Auch das seit dem Herbst weltweit vorherrschende Klimaphänomen La Niña hat diese Lage befördert. In La-Niña-Jahren treiben die Passatwinde warmes Wasser verstärkt über den Pazifik nach Westen; in den USA wird der Winter dadurch im Norden kälter, im Süden wärmer. Wintertornados im Südosten der USA treten häufiger auf.

 

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Etliche Indizien sprechen dafür, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zur heraufziehenden globalen Klima- und Umweltkatastrophe gibt:

  • Die durch die Erderwärmung erwärmten Luftmassen nehmen mehr Feuchtigkeit auf und "befeuern" solche Ereignisse.
  • Die Tornados traten nicht nur früher auf als sonst, sondern erstreckten sich auch auf andere, neue Gebiete. Dort ist, da die Menschen bisher nicht darauf eingestellt sind, der Katastrophenschutz weniger ausgebaut als in den "traditionellen" Tornado-Gebieten.
  • Die Tornados, die sonst relativ zügig wieder aufgelöst werden, hielten sich lange Zeit und konnten so ihre zerstörerische Wirkung erst so richtig entfalten.


Bereits 2014 analysierte Stefan Engel in "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", dass weltweit die Zahl regionaler Umweltkatastrophen deutlich angestiegen ist, und prognostiziert eine weitere Zunahme mit neuen Phänomenen. "Diese sind zwar regional begrenzt, wirken sich aber verschärfend auf die globale Umweltkrise aus. Jede regionale Umweltkatastrophe erinnert von Neuem daran, wie dringlich der weltweite aktive Widerstand gegen die globale Umweltkatastrophe ist." (Seite 124)