Hattingen

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Gaspreisexplosion – Lohnnachschlag gehört auf die Tagesordnung

Mitte Dezember haben Gasgrundversorger (1) ihre Kunden über die Erhöhung der Erdgaspreise für 2022 informiert.

Von jf

Die Stadtwerke Hattingen verlangen von meiner Frau und mir als Privatkunden mit mittlerem Gasverbrauch eine Erhöhung um 20,6 Prozent2. Von wegen „5,2 Prozent-Inflation“. Der Brutto-Preis der Megawattstunde (MWh) Erdgas wird in unserem Fall netto von 59 Euro auf 76 Euro angehoben. Unsere Belastung steigt damit aufs Jahr berechnet um ca. 160 Euro. Diese Erhöhung erfasst aber noch kaum die auf dem Weltmarkt 2021 um 350 Prozent explodierenden Erdgas-Großhandelspreise.

 

Allerdings: diese Erhöhung um 1,76 Cent pro kWh gehen mit 1,10 Cent, also ihrem Löwenanteil, auf das Konto der staatlichen Erdgas- und CO2-Steuer! Diese staatlichen Milliarden gehen dann postwendend an die Übermonopole z.B. der Autoindustrie. Ein befreundeter Rentner kommentierte den Brief der Hattinger Stadtwerke wie aus der Pistole geschossen: „Ich habe noch am gleichen Tag den Gas-Anbieter gewechselt“.

 

Die verbreitete Methode, so wenigstens einen kleinen Teil der Gas-Kosten zu senken, hat jedoch Grenzen. So teilte der „Billiganbieter“ gas.de am 7. Dezember sogar rückwirkend allen Gaskunden die Kündigung aller Lieferverträge mit3. Ein Sprecher der Stadtwerke Kassel kommentiert: „Das Geschäftsmodell der Billiganbieter ist implodiert“. Diese Haushalte landen jetzt automatisch bei den örtlichen Grundversorgern, meist den Stadtwerken, allerdings zu höheren Preisen. check24.de empfiehlt aktuell „Billigangebote“, die oft mehr als doppelt so teuer sind wie Altverträge der Grundversorger4.

 

Was ist das für ein System, das „Sparfüchse“ auch noch nachträglich bestraft? Der Kampf für Lohnnachschlag und Inflationsausgleich ist dringend geboten!