Hetzer gegen Ferienpark als Waffendealer verurteilt

Hetzer gegen Ferienpark als Waffendealer verurteilt

Caffier hat keinen Beleg

Das Amtsgericht Güstrow hat gegen den früheren Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), einen Strafbefehl in Höhe von 13.500 Euro erlassen, das entspricht 45 Tagessätzen à 300 Euro.

Rote Fahne
Caffier hat keinen Beleg
Caffier erdreistete sich gegen diese wunderschöne Anlage, den Ferienpark Plauer See in Alt-Schwerin, zu hetzen (foto: www.ferienpark-plauersee.de)

Vorgeworfen wird Caffier von der Staatsanwaltschaft Rostock "Vorteilsnahme in zwei Fällen". Für einen Waffenkauf konnte er keinen Beleg vorweisen, auch die Munition bekam er umsonst und obendrein noch kostenloses Schießtraining zur Einweisung.

 

"Keinen Beleg vorgewiesen" klingt sehr harmlos. Ich lasse auch gelegentlich den Kassenzettel beim Bäcker liegen, wenn ich zwei Brezen gekauft habe. Wegen eines nicht belegten Einkaufs muss man in Deutschland gemeinhin als Politiker nicht zurücktreten wie Caffier im November 2020. Sonst wären ja alle Regierungsbänke leer.

 

Ob gekauft oder geschenkt - der Dealer, von dem Caffier die Waffe hat, ist ein Faschist. Wahrhaftig der richtige Umgang für einen Innenminister. Nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes "Verfassungsschutz" wurden ihm 2017 Verbindungen zur faschistischen Prepper-Gruppe "Nordkreuz" nachgewiesen. Die Ermittlungen gegen ihn sind übrigens im Oktober 2021 gegen eine - unwidersprochene - Geldauflage von 3.000 Euro eingestellt worden.

 

Barbara Schilke, langjährige Leiterin des Ferienparks Plauer See in Alt Schwerin, vermag da mehr Licht ins Dunkel der Caffierschen Verstrickungen zu bringen. In einem Interview mit der Roten Fahne im November 2020 führte sie aus, dass der Rücktritt von Caffier lange überfällig war: "Bereits im Juli 2017 wurde das LKA Mecklenburg-Vorpommern über die Nordkreuz-Chats informiert und dem Caffier unterstehenden Landesverfassungsschutz im März 2018 Ermittlungsunterlagen des BKA übersandt. Nordkreuz-Mitglied Frank T., von dem Caffier seine Waffe gekauft hat, war auch Betreiber eines Schießplatzes in Güstrow, der bis zum Sommer 2019 von der Polizei aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern genutzt wurde. T. organisierte jahrelang einen „Special Forces Workshop“, dessen Schirmherr Caffier war. Über diesen Schießplatz wurden auch zigtausende Schuss Munition aus Polizei- und Bundeswehrbeständen verschoben. Nordkreuz ist Teil des international agierenden faschistischen Netzwerks 'Uniter'."

 

Kurz vor der Eröffnung des Ferienparks Plauer See im April 2006, berichtete Barbara Schilke weiter, trat Lorenz Caffier, der damals noch Fraktionsvorsitzender der Landes-CDU und Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte war, eine zweitägige Bild-Zeitungskampagne gegen unser angebliches "Kommunistencamp“ los. "Er kritisierte, dass die SPD-Linke Regierung den Bau des Ferienparks gefördert habe. Der damalige SPD-Wirtschaftsminister Ebnet begründete dies völlig zu Recht damit, dass unser Projekt solide sei und sie keine Gesinnungsprüfung machen würden. Der Schuss von Caffier ging dann gründlich nach hinten los. In Presseerklärungen über Zeitungen und Rundfunk und vielen Gesprächen stellten wir den Ferienpark und seine Ziele vor. Zur Eröffnung kamen dann doppelt so viele Besucher wie wir erwartet hatten, die neugierig wissen wollten, wer denn da so eine schöne Anlage errichtet hat."

 

Das gesamte aufschlussreiche Interview mit Barbara Schilke gibt es hier zu lesen