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Berechtigte Hoffnungen auf Covid-Totimpfstoffe und Protein-Impfstoffe?

Nicht alle ungeimpften Mitbürgerinnen und Mitbürger sind unbelehrbare Impfgegner und der „Querdenker“-Szene zuzurechnen. In Umfragen zeigt sich, dass manche von ihnen vor allem Vorbehalte oder Angst vor den RNA-Impfstoffen haben, dass sie aber durchaus offen gegenüber Impfstoffen sind, die mit bisher bewährten Methoden hergestellt sind. Konkret sind das Impfstoffe, die aus abgeschwächtem oder totem Virusmaterial gewonnen sind, oder die aus Protein(Eiweiß)-Bestandteilen des Virus bestehen.

Von Dr. med. Willi Mast
Berechtigte Hoffnungen auf Covid-Totimpfstoffe und Protein-Impfstoffe?
(grafik: HFCM Communicatie (CC BY-SA 4.0))

So warten einige auf die Zulassung eines französischen Totimpfstoffs der Firma Valneva, die voraussichtlich im April 2022 kommen wird. Ein weiterer Totimpfstoff, der schon vor längerem in China entwickelt wurde, wartet in der EU seit vielen Monaten auf eine Zulassung.

 

Neu zugelassen von der europäischen Zulassungsbehörde ist inzwischen der in den USA entwickelte Protein-Impfstoff Novavax. Er enthält kein RNA-Erbmaterial, aber die künstlich hergestellten Spike-Proteine der RNA-Impfstoffe. Die Wirksamkeit von Novovax beträgt ca. 90 Prozent. Schwere Nebenwirkungen wurden unter den 44.000 Probanten nicht festgestellt. Eine Auffrischung ist nach 21 Tagen notwendig.

 

Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Welle kommt dieser Impfstoff sicher zu spät. Für eine künftige Booster-Impfung in einigen Monaten erscheint Novavax aber eine mögliche und interessante Option zu sein - vor allem wegen der selteneren Impfreaktionen. Unter diesem Aspekt müssen unbedingt auch andere Protein-Impfstoffe geprüft werden, wie auch die sehr wirksamen kubanischen Impfstoffe.

 

Totimpfstoffe haben den Vorteil, dass sie eine breitere und möglicherweise auch nachhaltigere Immunisierung bewirken, weil sie neben den Spike-Proteinen noch weitere Angriffspunkte (Epitope) für das Immunsystem bieten. Eine Reihe dieser Epitope ist inzwischen beschrieben. Allerdings werden Impfverstärker (Adjuvantien) benötigt, die auch autoimmunologische Impfreaktionen auslösen können.

 

Autoimmunologische Reaktionen sind eines der großen Probleme der Covid-Krankheit - und auch der gegen die Spike-Proteine gerichteten Impfstoffe. Das ist ablesbar an den vielseitigen und wechselnden Symptomen von Covid-19. Und auch - wenn auch viel seltener – an den offiziell gemeldeten Impfreaktionen der bisherigen Impfstoffe. Vor kurzem wurden wissenschaftliche Berichte über vermehrte Autoimmunreaktionen gegen Botenstoffe des Immunsystems (Interleukine, Chemokine etc.) veröffentlicht.

 

Die Gefährlichkeit von CoV2 liegt in der „Furin-cleavage-site“ begründet - einer Spaltstelle mit einem „Scharfmacher-Enzym“, das sonst nur bei Ebola-, HIV und einigen Grippeviren vorhanden ist, nicht aber bei natürlichen Coronaviren. Die Infektiosität wird dadurch um den Faktor 100 bis 1000 erhöht. Hinzu kommen die „toxischen“ Spike-Proteine S1 und S2. In ihrer geschlossenen Struktur werden sie vom Immunsystem kaum attackiert. Mit dem Kontakt zur Zielzelle ändern sie ihre Struktur und können ihre zerstörerische Wirkung entfalten. Diese komplexen Zusammenhänge wurden erstmals von dem jungen Mediziner Olaf Klug beschrieben und in dem Buch „Covid-19 – neuartig, gefährlich – besiegbar“ dargelegt. Durch verschiedene neuere wissenschaftliche Publikationen wurde das vollständig bestätigt.

 

Die Herausforderung an die moderne Impfstoff-Forschung besteht darin, diese Hindernisse zu überwinden. Unabdingbar ist ein offener wissenschaftlicher Austausch weltweit, über eigennütziges und kurzsichtiges Konkurrenzdenken hinweg. Die imperialistischen Länder müssen endlich gezwungen werden, angesichts der weltweiten Pandemie das Patentrecht aufzuheben. Alle Menschen weltweit müssen Zugang zu den besten Impfstoffen und Covid-Therapien haben!

 

Angesichts der aktuellen Pandemiewelle auf die neuen Impfstoffe zu warten, ist aber nicht ratsam und könnte sich für viele als gefährlicher Irrweg erweisen.