Gelsenkirchen

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Der Pate

Auf dem Südfriedhof des Gelsenkirchener Stadtteils Horst gibt es eine große Grabstätte, auf der 884 sowjetische Zwangsarbeiter, die während des Hitler-Faschismus auf der Zeche Nordstern Zwangsarbeit verrichten mussten und dabei ums Leben kamen, beerdigt sind.

Korrespondenz
Der Pate
Der mit Lichtern und Wimpel geschmückte Gedenkstein auf der Grabstätte (rf-foto)

Viele von ihnen waren Rotarmisten, die während des Kriegs in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren. Deshalb ziert den Gedenkstein, der die Grabstätte markiert, auch ein sowjetischer roter Stern. Auf dem Stein steht in kyrillischer Schrift: „Hier ruhen 884 sowjetische Bürger, die in der faschistischen Gefangenschaft in der Zeit von 1941-1945 umgekommen sind.“

 

Obwohl die Grablege gepflegt ist, kümmerte sich – im Gegensatz zu anderen Grabstätten und Denkmälern auf dem Friedhof, wie der für umgekommene jüdische Zwangsarbeiterinnen oder wie das Mahnmal für die Kämpfer der Roten Ruhrarmee gegen den Kapp-Putsch, niemand richtig darum. Wenn man – wie jetzt in der Winterszeit – im Dunkeln daran vorbei lief, lag die Ecke des Friedhofs immer in Finsternis. Das wollte ich ändern: Ich kaufte einige elektrische Grablichter, platzierte sie auf und um den Stein und freute mich, denn nun hatten auch die Rotarmisten ihre Lichter, die einem schon von weitem aus der Dunkelheit entgegenflackerten.

 

Zum neuen Jahr wollte ich die Kämpfer gegen den Hitler-Faschismus, die unter Stalins Führung Europa von dieser Geißel befreit und ihr Leben dabei gelassen hatten, besonders ehren. Vor Jahren hatte ich bei der Internationalismusabteilung der MLPD einen schönen Wimpel aus Russland mit einem Lenin-Zitat gekauft. Diesen habe ich nun, mit zwei meiner Lichter als „Wächter“ und „ewige Flammen“ befestigt - zur Ehre dieser mutigen Kämpfer auf den Stein gelegt. Er wird dort jetzt für einige Zeit liegen und so an diese Männer erinnern.

 

Ich bin stolz darauf, so etwas wie eine Patenschaft für diese Grabstätte für die Kämpfer des Sozialismus übernommen zu haben und werde mir auch weiterhin Gedanken machen, wie an sie erinnert werden kann. Ich sehe das auch als einen aktiven Beitrag zur Bewegung "Gib Antikommunismus keine Chance!"