Israel / Palästina

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Frei & fast tot: Das Ende von 141 Tagen Hungerstreik

Der Palästinenser Hisham Abu Hawash beendete am 4. Januar erfolgreich nach 141 Tagen seinen Hungerstreik gegen seine Administrativhaft, d. h. Willkürhaft ohne Nennung von Gründen, Beweisen oder gar Anklage oder Gerichtsurteil.

Von Occupied News

Diese Form der Haft ist beliebig oft verlängerbar und wird von israelischen Behörden ausschließlich gegen Palästinenserinnen und Palästinenser im besetzten Westjordanland verhängt. Manche müssen so mehrere Jahre in Besatzungsgefängnissen verbringen.

 

Mittlerweile ist der Gesundheitszustand Hawashs akut lebensbedrohlich: Er kann seine Beine nicht mehr bewegen, nicht sprechen, nicht mehr sehen und kaum hören; er hat massive Herz-Rhythmus-Störungen; seine Nieren versagen, wodurch sich nun eine Blutvergiftung eingestellt hat und er ist immer wieder ohne Bewusstsein. Beamte der Kommission für Gefangenenangelegenheiten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) erklärten am Montag, sein Zustand ähnle dem des “klinischen Tods”.

 

Abu Hawash wird sein restliches Leben unter den gesundheitlichen Folgen dieses Hungerstreikes leiden. Er ist Vater von fünf Kindern und eines von vielen Opfern der Willkürjustiz der Besatzung. Sein Hungerstreik verlief in deutschen Medien weitgehend unbeachtet.

 

Trotz des lebensgefährlichen Zustandes weigerten sich die israelischen Behörden bis zum Nachmittag des 4. Januar, Hawash endlich freizulassen oder ihn wenigstens anzuklagen, also ihm etwas konkret vorzuwerfen. Menschenrechtsgruppen bezeichnen Israels jahrelange Praxis der Administrativhaft als “systematisch und willkürlich” sowie als eine Form der kollektiven Bestrafung. Sie weisen darauf hin, dass ihr extensiver Einsatz eine Verletzung des Völkerrechts darstellt, “insbesondere in Bezug auf die international anerkannten Grundsätze eines fairen Verfahrens”.

 

In einem von den palästinensischen politischen Parteien beschlossenen Schritt zur Unterstützung Abu Hawashs hatten sich die aktuell 500 Administrativhäftlinge zu Beginn des neuen Jahres dazu entschlossen, die Justizbehörden der Besatzung zu boykottieren. ...

 

Hier kann die komplette Berichterstattung gelesen werden

 

Kritische Überlegungen der MLPD zum Hungerstreik