„Belltower.News “

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Peinliche Blamage für antikommunistische und frauenfeindliche Fake News

„Belltower.News“ ist die Internet-Plattform der Amadeu Antonio Stiftung, die von der Bundeszentrale für politische Bildung staatlich gefördert wird.

Von fs / pw
Peinliche Blamage für antikommunistische und frauenfeindliche Fake News
(screenshot und montage: rf-foto)

Am 23. September erschien dort der Artikel „Mit Antisemitismus in den Sozialismus“ eines Herrn Stefan Lauer. Herr Lauer schreibt als Redakteur von Belltower-News gerne auch gegen „Rechtsextremismus“, und das nicht immer ohne konkrete Sachkompetenz, wenn auch ohne die nötige Konsequenz. Zur Höchstform läuft er aber erst auf, wenn er in den Kreuzzug gegen die MLPD zieht. Da spürt man aus jeder Zeile konsequent-verblendete Leidenschaft.

 

Er fabuliert nicht nur über die antideutsche Mär vom „linken Antisemitismus“ (siehe dazu: https://mlpd.de/2021/04/das-phantom-des-linken-antisemitismus) und andere sattsam bekannten antikommunistischen Dogmen. Er hat sich eine Darstellung des Profils und der Parteigeschichte der MLPD zusammengebastelt, die an Fake News alle bisherigen Publikationen dieser Art übertrifft und sich selbst an Nebenpunkten durch journalistischen Dilettantismus und schlampige Recherche auszeichnet.

 

So heißt es dort z. B., die MLPD sei aus dem „Kommunistischen Bund Westdeutschlands“ (KBW) hervorgegangen (tatsächlich war es der Kommunistische Arbeiterbund Deutschlands“ (KABD)). In der „Scharnhorststraße“ in Gelsenkirchen habe die MLPD 2013 ein Gebäude gekauft, in dem sich die Parteizentrale befinde (tatsächlich ist es die Schmalhorststraße – na gut, beide haben „Horst“ im Namen, den Stadtteil, in dem sich die Parteizentrale der MLPD befindet, und der Kauf war bereits 2003). Weiter schreibt Herr Lauer, zur Bundestagswahl 2021 sei die MLPD noch mit dem alten Wahlprogramm von 2016 angetreten. Das saß! Wie kann man nur. Kleiner Schönheitsfehler: Es hätte ihn wenig Mühe gekostet, auf der Homepage das Wahlprogramm „Nur noch Krisen, eine Lösung: Sozialismus!“ der Internationalistischen Liste / MLPD von 2021 aufzufinden - wenn er denn willens oder in der Lage gewesen wäre, journalistisch redlich danach zu suchen.

 

Als trauriger Höhepunkt dieses peinlichen Pamphlets wird der von dem Geheimdienstmann Armin Pfahl-Traughber erfundene Mythos von der MLPD als angeblichem „Familienunternehmen“ wieder aufgewärmt und es wird suggeriert, der Parteivorsitz sei bei ihr eine Art Erbdynastie. Dazu musste die frei erfundene Behauptung herhalten, die jetzige Parteivorsitzende, Gabi Fechtner, sei die „Tochter“ des ehemaligen Vorsitzenden Stefan Engel. Das ging allerdings gründlich in die Hose. Nach Androhung gerichtlicher Schritte durch Gabi Fechtners Anwälte mussten Lauer und die Amadeu Antonio Stiftung sich zur Unterlassung dieser dreisten Falschbehauptung verpflichten und sie aus dem Artikel entfernen.

 

Das Belltower und Herr Lauer keinerlei echte Lernbereitschaft haben, zeigt sich daran, dass in der „Korrektur“ jetzt frech behauptet wird: „Das ihre Mutter lange Jahre mit dem ehemaligen Parteivorsitzenden liiert war, hat Gabi Fechtner auf ihrem Weg zum Parteivorsitz nicht geschadet. Ihre Schwester Lisa Gärtner ist jugendpolitische Sprecherin der MLDP.“¹

 

Dass Frauen deshalb Funktionen in einer Arbeiterpartei übertragen bekommen, weil sie die Geeignetsten sind und die Mitglieder sie deshalb wählen – das entzieht sich dem antikommunistischen und frauenfeindlichen Weltbild des Herrn Lauer und von Belltower. Für sie sind Frauen nur Dummerchen, die bestenfalls auf der Familienkarte reisen. Dabei müsste Lauer doch gewarnt sein, hat er doch selbst ein wohlfeiles Interview mit dem Autor Rolf Pohl geführt, in dessen Vorspann er behauptet, dass Pohl eine „ambivalente bis feindselige Einstellung zu Frauen (festgestellt habe, Anm. d. Red.), die als Tendenz bei fast allen Männern nachweisbar ist.“ Bei fast allen Männern? Na ja, man sollte nicht von sich auf andere schließen, Herr Lauer.

 

Man ist inzwischen ja einiges an antikommunistischer Hetze gegen die MLPD gewöhnt. So viel dummes Zeug und miserable Recherche in einem einzigen Artikel hat allerdings Seltenheitswert. Ein solches journalistisches Armutszeugnis muss man wohl abliefern, wenn man seine staatlichen Geldgeber zufriedenstellen will und einem keine sachlichen Einwände einfallen. Jeder blamiert sich eben, so gut er kann.

 

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