Israel
Reaktionäre Rabbiner fürchten um das koschere Handy
Der israelische Kommunikationsminister Yoaz Hendel will in seinem Plan zur Deregulierung des Mobilfunkmarkts den ca. 500.000 Besitzern "koscherer Handys" wie allen anderen israelischen Handynutzern ermöglichen, dass sie ihre Nummer bei einem Anbieterwechsel mitnehmen und auch für Smartphones nutzen können. Damit verlöre das eigens geschaffene "Rabbinische Komitee für Kommunikationsangelegenheit" die Kontrolle über das Online-Kommunikationsverhalten der ultraorthodoxen Nutzer. Die Handys mit den koscheren Nummern haben keinen Internetzugang und eine Liste von Telefonnummern wird geblockt, darunter Notrufnummern für Opfer von sexueller Gewalt oder Beratungsstellen für diejenigen, die aus der ultraorthodoxen Gemeinschaft aussteigen wollen. Nach einem von der Zeitung Haaretz zitierten Gesprächsprotokoll eines Rabbinertreffens mit Minister Hendel sagte dort ein Teilnehmer: "Aus unserer Sicht ist das schlimmer als der Holocaust. Jemanden zur Sünde zu verleiten, ist schlimmer, als ihn zu töten.“ Aus unserer Sicht sind diese Ultrareaktionäre Volksverhetzer. Auch in Israel stößt das auf berechtigte Kritik, auch in Rabbinerkreisen.