Ein Argument

Ein Argument

Ablehnung jedes Corona-Gesundheitsschutzes ohne rechten Einfluss - geht das?

"Suche Menschen, die gegen Corona-Maßnahmen sind UND sich konsequent von den Rechten abgrenzen". So steht es auf einem Schild einer jungen Frau, die am Sonntag an der Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Demonstration teilnahm und gerade mit einem Verkäufer des neuen Buchs "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" spricht.

Aber: Man muss doch zwischen sinnvollen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und unsinnigen oder undemokratischen Maßnahmen unterscheiden.

 

Es gibt keine wirklich fortschrittlichen Proteste, die sich pauschal gegen Corona-Gesundheitsschutz-Maßnahmen aussprechen. Ohne zeitweilige Kontaktbeschränkungen, FFP2-Masken, Impfungen, Abstandhalten und weitere Maßnahmen wäre die Zahl der Corona-Toten und der von Langzeitfolgen betroffenen Menschen um ein Vielfaches höher.  Eine pauschale Ablehnung solcher Maßnahmen wurde ja als Regierungspolitik in einigen Ländern wie Brasilien unter dem Faschisten Bolsonaro oder durch Trump praktiziert und das kostete Zehntausende Menschenleben. Das ist bereits rechte Politik, unabhängig davon, wie weit der konkrete Einfluss von Faschisten geht. Dagegen wurden Versammlungsverbote, die es zu Beginn der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung gab, maßgeblich durch fortschrittliche Kräfte des Internationalistischen Bündnis und von REBELL und MLPD wieder weggekämpft.

 

Ein äußerst kritischer Standpunkt zum desaströsen Krisenmanagement der Regierungen ist allerdings angebracht. Die Medizinerplattform im Internationalistischen Bündnis und MLPD und REBELL haben zum Beispiel bereits im letzten Winter ein effektives, kurzzeitiges, komplettes Herunterfahren des öffentlichen Lebens einschließlich der Industrieproduktion, der Kitas, Schulen, des öffentlichen Nahverkehrs gefordert. Davon wollten die damalige Bundesregierung so wenig wissen wie die jetzige von ihrer Symptomkuriererei ablässt. Die jüngsten Beschlüsse: Wieder halbherzig, wieder nur zu Lasten der Massen, wieder ohne einen Cent Profitmacherei infrage zu stellen.