Bergarbeiter

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Der quicklebendige (Auslauf-) Bergbau

Wie oft wird uns erzählt, der Bergbau in Deutschland sei tot, wir Bergleute seien Auslaufmodelle, so ein Artikel in der Kollegenzeitung "Vortrieb".

Aus Kollegenzeitung „Vortrieb“
Der quicklebendige (Auslauf-) Bergbau
Von einem Flyer der überparteilichen Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF

Erstens stimmt das sowieso nicht. Auch nach dem Aus für die Steinkohle arbeiten in Deutschland immer noch 10.000 Kumpel unter Tage: Im Kali- und Salzbergbau. 2020 waren noch 19.500 im Braunkohlebergbau beschäftigt. Beim Abbau von Industriemineralien, wie Schwerspat und Flussspat, zum Beispiel in Baden-Württemberg und Sachsen, oder im Erzbergbau. Es gibt über 1000 im Bergbau tätige Betriebe, die fast 900 Millionen Tonnen an Rohstoffen abbauen. 12 Milliarden Euro Umsatz im Jahr gibt es in dem Sektor. Am 3. September 2020 stellte die EU-Kommission nun einen „Aktionsplan zu kritischen Rohstoffen“ vor. Neben strategischen Partnerschaften soll AUCH in der EU der Bergbau wieder erheblich ausgeweitet werden. Lithium, Indium, Gallium und wie die Zauberstoffe der Zukunft heißen.

 

Es bestätigt sich, was der Vortrieb immer gesagt hat: Bergbau wird gebraucht, zum Beispiel für Rohstoffe, ohne die es keinen Umstieg auf erneuerbare Energien gibt. Aber nicht dafür, um auf Teufel komm raus, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur, alles rauszuholen, was Profit bringt. Worum ist der EU aber geht, liest man im Kleingedruckten. Ein „Fachartikel“ vom 31. März 2020 auf springerprofessional fasst das so zusammen: Man müsse Vorsorgen für „Krisenfälle, Streiks in Bergbaubetrieben oder außenpolitische Streitigkeiten“. Nur so könne man der „weltweit führende Industriekontinent bleiben“ – also im gnadenlosen Hauen und Stechen der imperialistischen Mächte die Nase vorn haben. Wenn die EU allen Ernstes einen „nachhaltigen und sozial verantwortlichen“ Bergbau verspricht, dann wissen wir Ruhr-Kumpel, wie schäbig sich hier die RAG verhalten hat und verhält. Aber wir sehen auch, welche Angst man vor Kämpfen der Bergarbeiter hat!

 

Ein Grund mehr dafür, dass wir Bergarbeiter uns für eine Gesellschaft einsetzen, in denen der Arbeitsmann die Macht in den Händen hält und nicht nur Tonnen und Euro zählen. Glück Auf!