Der Werdegang von Willy Brandt

Der Werdegang von Willy Brandt

„Glühend antikommunistisch“ - und korrupt!

Im Artikel „50 Jahre Berufsverbote – Gib Antikommunismus keine Chance!“ in Rote Fahne 1/2022 wird ausgeführt, dass der damalige SPD-Bundeskanzler Willy Brandt 1972 den sogenannten Radikalenerlass anregte.

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Die dadurch ausgelöste Hetzjagd auf Linke und Kommunisten im Öffentlichen Dienst führte zu millionenfacher Überprüfung und für 1500 der Betroffenen zum Berufsverbot. Brandt, der zuvor mit der betrügerischen Parole „Mehr Demokratie wagen“ aufgetreten war, wird völlig zurecht als „glühender Antikommunist“ bezeichnet. Interessant ist dazu sein Werdegang: Bereits nach seiner Flucht aus Nazideutschland hatte er in Kontakt zu trotzkistischen Kreisen in Frankreich gestanden und war mit ihnen gegen die Bemühungen der Kommunistischen Internationalen zur Bildung einer antifaschistischen Einheitsfront aktiv geworden. Seit 1944 arbeitete er in Stockholm mit dem US-amerikanischen Diplomaten Hershel Johnson zusammen, der darüber kontinuierlich Geheimberichte nach Washington sandte.

 

Über die Weiterführung dieser Verbindung wurde vor wenigen Wochen vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel eine delikate Enthüllung gebracht: „Der US-Geheimdienst CIA unterhielt in den Gründerjahren der Bundesrepublik geheime Kontakte zu zahlreichen prominenten westdeutschen Politikern. Das sagte der ehemalige CIA-Chef von West- Berlin, Peter Sichel, dem SPIEGEL. Zu den vertraulichen Gesprächspartnern zählten der spätere Kanzler Willy Brandt (SPD), der spätere SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner“ sowie mehrere namentlich genannte CDU-Mitglieder.

 

Unterlagen des amerikanischen Militärgeheimdienstes CIC besagen: „Brandt erhielt von den Amerikanern zunächst Zigaretten, Zucker oder Kaffee … ab 1950 zahlte ihm der CIC nach Aktenlage monatlich 250 D-Mark, was etwa dem monatlichen Durchschnittseinkommen eines Westdeutschen entsprach“ (Der Spiegel 51/2021, S. 36). Von einem anderen US-Agenten, dem korrupten Gewerkschaftsführer Jay Lovestone, wurde damals auch der Vorsitzende der West-SPD, Kurt Schumacher, geschmiert, der dafür Kommunisten öffentlich als „rotlackierte Faschisten“ beschimpfte. Diese Niederungen des Antikommunismus zeigen, dass der „Radikalenerlass“ keineswegs aus heiterem Himmel kam oder ein „Irrtum“ war, wie Brandt später von sich gab.