Erfahrungsaustausch zu Studien- und Lesegruppen

Erfahrungsaustausch zu Studien- und Lesegruppen

Kein Schema F, aber einige Merkmale, die sich bewährt haben

Kürzlich führte ich mit verschiedenen Leute aus Studien- und Lesegrupppen zu den Büchern von Stefan Engel zur Krise der bürgerlichen Ideologie einen kleinen Erfahrungsaustausch durch.

Korrespondenz

Die Studiengruppe lebt natürlich von den Teilnehmern und dem von ihnen studierten Buch. Jede und jeder bringt ja Erfahrungen mit ein und belebt damit die Diskussion.
Die Erfahrungsberichte lassen sich zusammenfassen: es gibt kein Schema F, jede Studiengruppe hat Besonderheiten. Und trotzdem gibt es wichtige Anforderungen, Merkmale die sich bewährt haben.

 

  • Die meisten führen die Treffen 14-tägig durch. Monatliche Treffen haben sich eher nicht bewährt, da ist der Abstand zu groß um wieder anzuknüpfen und man kommt auch nicht schnell genug voran. Man will ja die Buchausgaben insgesamt durcharbeiten.
  • Es sollte festgelegt werden, wer die Leitung in die Hand nimmt. Das bedeutet auch, den Ehrgeiz zu entwickeln, sich den Gehalt des jeweiligen Abschnitts besonders gründlich zu erarbeiten.
  • Außerdem ist es gut die Teilnehmer und Teilnehmerinnen und ihre Tätigkeit und Gedankenwelt zu kennen. So kann schon überlegt werden, welche Fragen besonders zu klären sind.
  • Manche diskutieren in Lesegruppen zu jedem Kapitel abschnittsweise als erstes Verständnisfragen. Wir empfehlen aber, möglichst erst einmal das ganze Kapitel zu lesen. Dadurch erklären sich auch oft bestimmte Begriffe oder es fällt leichter, sie zu verstehen. Und vor allem: man kommt nicht in eine sozialpädagogische Betütelung der Leute oder vom Hölzchen aufs Stöckchen, sondern bekommt einen Gesamtüberblick und legt den Schwerpunkt auf die Diskussion der weltanschaulichen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Es gibt Studien- und/oder Lesegruppen. Viele Gruppen wählen die Methode, sich laut reihum den Text vorzulesen. Was den Vorteil hat, den jeweiligen Text frisch im Gedächtnis zu haben und besonders bei noch nicht so erfahrenen Leuten zweckmäßig sein kann. Andere lesen jeder für sich direkt vor Ort oder studieren teils auch schon zuhause. Da muss jeweils auf die Bedürfnisse der Teilnehmer Rücksicht genommen werden. In Studiengruppen gibt es auch die Möglichkeit, die Konspekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beraten.
  • Einzelne berichtete über eine Tücke, sich in der Diskussion zu weit von den Fragen im Buch zu entfernen, aus Freude, sich zu sehen und einmal Fragen loswerden zu können. Das kann dann dazu führen, dass man nur eh schon Bekanntes diskutiert. Da sollten alle darauf achten und diszipliniert diskutieren. Denn alle wollen und sollen ja was Neues lernen, neue Zusammenhänge erkennen.

 

Nicht unwichtig ist, für ein ansprechendes Ambiente zu sorgen. Vielleicht eine Kleinigkeit zu knabbern … Alle sollen sich wohl fühlen können und gerne kommen. Wir wünschen allen viel Spaß und AHA-Erlebnisse bei den Studiengruppen. Apropos AHA, achtet unbedingt auf eure Gesundheit. Und ich würde mich noch über mehr Erfahrungsaustausch auf Rote Fahne News freuen.