14. Januar 1892

14. Januar 1892

Martin Niemöller vor 130 Jahren geboren

Martin Niemöller (1892 – 1984) ergriff nach dem Abitur die Offizierslaufbahn bei der kaiserlichen Marine. Im 1. Weltkrieg war er U-Boot-Kommandant. Seit 1924 wählte er NSDAP.

Von jgä

Nach dem Theologie-Studium wurde er 1931 Pfarrer in Berlin-Dahlem. Nach der Errichtung der faschistischen Hitler-Diktatur geriet er rasch in Widerspruch zum faschistischen Regime. Nach der Einführung des Arier-Paragraphen auch in der Kirche war er Mitgründer eines Pfarrer-Notbundes. Dieser war der Vorläufer der Bekennenden Kirche. Wegen seines immer radikaleren Widerstands dort wurde er 1937 verhaftet und nach dem Prozess in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Er erkannte dort die Mitschuld der Kirchen am Faschismus.

 

Nach dem Krieg löste er sich von seiner Vergangenheit, kritisierte die Gründung der Bundesrepublik, die Wiederbewaffnung Deutschlands und die Rüstungspolitik der Großmächte. Im Kampf gegen den Atomtod arbeitete er auch mit Kommunisten zusammen. So wurde er Vorsitzender der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen) und unterstützte die außerparlamentarische Opposition. Beeindruckend seine Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, und sein mutiges Engagement, was immer wieder antikommunistisch kritisiert wurde.

 

Dazu seine berühmte Stellungnahme:

 

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“