Zur Forderungsempfehlung des Hauptvorstandes der IGBCE

Zur Forderungsempfehlung des Hauptvorstandes der IGBCE

Tarifforderung mit Leerstelle

„Wir plus X“ ist das Motto des Hauptvorstandes der IGBCE (Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie) für seine Tarifempfehlung 2022 zur ab März beginnenden Tarifrunde in der chemisch-pharmazeutische Industrie. Wie lange die Tarifexperten im Hauptvorstand wohl gebraucht haben, um sich das auszudenken?

Korrespondenz

Nur wenig konkreter wird die Tarifempfehlung, die seit Ende November 2021 in den Vertrauensleutegremien diskutiert wird. Sie lautet:

 

  1. "empfiehlt der Hauptvorstand eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen, die sicherstellt, dass die Kaufkraft der Beschäftigten in der Chemieindustrie nachhaltig gesteigert wird.
  2. Erhöhung der Schichtzuschläge für die besonders belastenden Nachtschichten auf einheitlich 25 %.
  3. Sicherung der Zukunftschancen für junge Menschen durch Weiterentwicklung des Tarifvertrages „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“ (TV ZAuBer).
  4. Wir wollen in der Transformation Sicherheit und Schutz für unsere Mitglieder gewährleisten und gute mobile Arbeit für die Zukunft gestalten.
  5. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.“ (E-Mail des IGBCE-Vorstandes vom 23.11.21)

 

Alles klar? Eben nicht! Nicht einmal die offizielle Inflationsrate von 3 Prozent wird als Maß genommen. Und die Preissteigerungen für Heizöl und Kraftstoffe (+51 %), Nettokaltmiete (6,6 %), Gemüse (5,8 %) usw. liegen weit darüber. Konkret wird es bei den Nachtschichtzuschlägen: Einheitlich 25%. Das ist zu begrüßen. Die Kolleginnen und Kollegen sind gefordert, in diese Leerstellenformel das einzusetzen, was sie angesichts der Preistreiberei, realer Lohnverluste und Vernichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen brauchen, und dafür auch ihre Kampfkraft zu entwickeln.