Berlin

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Proteste gegen die Ignorierung von Corona-Explosion bei Kindern

Eltern, Jugendliche, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher haben am Wochenende in sieben Städten demonstriert, in Berlin vor dem Sitz der Kultusministerkonferenz.

Von gos

Hintergrund: Die Inzidenzen an Schulen haben erschreckende Höchstwerte erreicht, z.B. Uckermark in Brandenburg 5.447 bei den Fünf- bis 14-Jährigen, Potsdam 4.780, Berlin 3.702, Erding 3.303, Hamburg 3.599, Schwerin 4.070, Bonn 3.765, Wiesbaden 3.899, Kiel bei 3.161…. ¹. 42 validierte COVID-19-Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen gab das RKI bekannt. Die Zahlen werden bald sinken, aber nicht, weil weniger Kinder erkranken, sondern weil PCR-Tests nur noch für Menschen aus dem Gesundheitsbereich zugänglich sein sollen.

 

Die Protestkundgebungen organisierte die bundesweit aktive Initiative SichereBildungJetzt. Ihre Redner forderten ein sofortiges Aussetzen der Präsenzpflicht. "Nach fast zwei Jahren Pandemie ist es völlig unverständlich, dass die derzeit einzige Strategie für Bildungseinrichtungen die zumindest billigend in Kauf genommene Infektion aller Beteiligten ist. Gerade in Anbetracht der bisher noch nicht ausreichend bekannten langfristigen Folgen, auch bei Infektionen mit milden Verläufen, ist es eine ziemlich gefährliche Wette, die hier mit der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in den Kitas und Schulen eingegangen wird", sagte eine Sprecherin. "Praesenzunterricht - nicht um jeden Preis" war die zentrale Forderung in allen Städten. Denn von den Politikern werde die positive Perspektive bewusst ignoriert, die der Teilungsunterricht im Frühling 2020 auch für Schüler bot, denen kleine Lerngruppen gut tun, was auch die MLPD von Anfang gefordert hatte.

 

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach stand im Zentrum der Kritik. Vor kurzem warnte er noch: "Viele denken: Omikron verläuft milder, weshalb keine Durchseuchung? Die billige Impfung ... Das wäre ein großer Fehler, viele Menschen würden schwer erkranken mit oft bleibenden Schäden. Für unsere Kinder wäre es ein absolut unverantwortbares Experiment", schrieb er auf Twitter. Jetzt aber praktiziert er das genaue Gegenteil mit seiner Entscheidung, Infektionen unter Schülerinnen und Schülern nicht mehr mit PCR-Tests bestätigen zu lassen. Seine Devise ist: Milde Verläufe – wunderbar; schwere Folge- und andere Kollateralschäden? Egal - Hauptsache: Eltern müssen nicht zuhause bleiben und können voll arbeiten. Dieser verantwortungslose Umgang mit unserer Jugend muss umgehend gestoppt werden.


¹) https://www.news4teachers.de/2022/01/praesenzunterricht-nicht-um-jeden-preis-demonstration-fuer-sichere-kitas-und-schulen