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Warum die Kolleginnen und Kollegen dem Henkel-Konzern die Betriebsmittel spendieren ...

Eigentlich kennt man das umgekehrt: Die Kapitalisten besitzen das Privateigentum an den Produktionsmitteln (bürgerlicher Jargon: Betriebsmittel) und nutzen sie, um die Ware Arbeitskraft auszubeuten.

Korrespondenz
Warum die Kolleginnen und Kollegen dem Henkel-Konzern die Betriebsmittel spendieren ...
(foto: gemeinfrei)

Arbeiter und Angestellte kämpfen darum, ihre Arbeitskraft möglichst teuer zu verkaufen und die Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeit oder Gesundheitsschutz zu verbessern. Das geschieht unter anderem mit Tarifverträgen. Die Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) verhandelten in 2019 ein sogenanntes "Zukunftskonto“, dessen Versprechen über fünf zusätzliche freie Tage bei den Kolleginnen und Kollegen gut ankam.

 

Doch heraus kam ein „Zukunftsbetrag“, aufsteigend von 2020 bis 2022, im Gegenwert von zunächst 2 bis zu 5 möglichen freien Tagen. Real umgesetzt wurde eine Palette von 8 Möglichkeiten (Langzeitkonten, freie Tage, bestimmte Versicherungen, Ausbildungen …, wobei Unternehmer und Betriebsräte entschieden, was der Belegschaft tatsächlich zur Auswahl stand. Schon hier merkt man, wie sehr dieser Tarifvertrag den Unternehmen entgegenkommt, die sich z.B. die Qualifizierung ihrer Beschäftigten aus diesem Topf bezahlen lassen können.

 

Damit nicht genug. Bei Henkel wurde ein Teil dieses Geldes genutzt, um für alle Tarifbeschäftigten Apple-iPads zu beschaffen, als Beitrag zur Digitalisierung. Aber: diese iPads, aus dem tariflich vereinbarten Zukunftskonto bezahlt, sind Eigentum des Henkel-Konzerns und gelten als „Betriebsmittel“. Kolleginnen und Kollegen können sie privat nutzen, es bleiben Arbeitsgeräte. Die Arbeitszeit wird entgrenzt, denn rund um die Uhr gehen Einladungen zu „meetings“, Beiträge irgendwelcher Manager, Schulungen usw. auf dem iPad ein.

 

Schöne “transformierte“ Welt!