Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus

Beim Lesen der Tagesnachrichten

Dienstag, den 28. Januar 2022: „Volkswagen startet Serienproduktion des ID.5 in Zwickau“ . Mit dieser Meldung feiert VW den Abschluss der „Transformation zum reinen E-Standort“.

Argument von kw

Dienstag, den 28. Januar 2022: „Volkswagen startet Serienproduktion des ID.5 in Zwickau“. Mit dieser Meldung feiert VW den Abschluss der „Transformation zum reinen E-Standort“. Mit der Großserienproduktion auf der neuesten Stufe der Automatisierung sei dies der „leistungsfähigste Produktionsstandort in Europa“. Geplant sind 300.000 Fahrzeuge pro Jahr.

 

Bevor ich mich von weiteren Superlativen beeindrucken lasse, ziehe ich doch besser das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ zu Rate mit dem Kapitel 6 „Bürgerliche Digitalisierungsmythen und der Hype um die 'künstliche Inteligenz'“. Darin wird untersucht, wie mit der Digitalisierung unter Anwendung der Mikroelektronik „eine neue Stufe der Automatisierung und Optimierung sowohl der körperlichen als auch der geistigen Arbeit“ erzeugt wird. Wie diese großartigen Potenziale real eine Höherentwicklung der materiellen Vorbereitung des Sozialismus darstellen, sich aber in den Händen der Monopolkapitalisten zunehmend in Destruktivkräfte verwandeln.

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus

268 Seiten, 17,50 €

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Webseite Revolutionärer Weg

 

Der Leser wird von Seite zu Seite neugieriger bei der restlos überzeugenden Widerlegung der Phantasien und Mythen, die sich alle um diesen Fortschritt ranken: Vierte Industrielle Revolution, Verschwinden der Ausbeutung der Lohnarbeit und damit der Arbeiterklasse, Weiterentwicklung der Demokratie, Kontrolle der Anwender über die Technologie, Künstliche Intelligenz (KI), die den Menschen übertrifft …

 

Nach der Lektüre machte ich den Praxistest: Technologiegläubigkeit und Allmachtsträume treffen auf Wirklichkeit bei VW. Der Automatisierungsgrad wurde mit 1.625 Robotern im Karosseriebau auf fast 90% gesteigert. Doch selbst bei hundert Prozent würden die Arbeiter und die Produktionsarbeit nicht bedeutungslos. Da „jeder Roboter oder Mikrochip immer auch entwickelt, produziert, gewartet, gesteuert, überwacht, geprüft oder repariert und zum Schluss entsorgt werden muss.“ (S. 84)

 

In der Montage wurde der Einsatz von Robotern zwar verdoppelt, aber damit nur 28% Automatisierung im „leistungsfähigsten Produktionsstandort“ erreicht! Das neue Buch enthüllt die ökonomischen Grenzen der Digitalisierung bei VW, wo menschliche Handarbeit kostengünstiger und die Technik zu aufwendig wird.

 

Und nicht zuletzt bildet das Krisengesetz des tendenziellen Falls der Profitrate angesichts der Investitionen von 1,4 Milliarden Euro die ökonomische Grenze in der kapitalistischen Profitwirtschaft. Die Profitrate von VW lag 2020 mit 1,7% weit hinter der des Hauptkonkurrenten Toyota mit 3,8% zurück. Ein Handbuch für den Alltag im Klassenkampf!