Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus
Buchvorstellung beim REBELL Bochum
Als Mitglied der Redaktion des theoretischen Organs der MLPD, REVOLUTIONÄRER WEG (RW), habe ich den REBELL Bochum besucht, um eine Einführung in das neue Buch „Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ zu geben.
Als erstes klärten wir, was Opportunismus überhaupt ist. Einer sagte. „Das ist, wenn die Parteien ihr Fähnchen immer nach dem Wind hängen.“ Auf die Frage, ob sie den Opportunismus auch aus ihrem Alltagsleben kennen, fiel ihnen zunächst nichts ein. Dann kam: „Opportunismus ist auch, wenn man bei Partys mitkifft, obwohl man es eigentlich nicht richtig findet; wenn man Begriffe aus dem Deutsch-Rap wie ‚Bitches‘ übernimmt und seine eigenen Freunde so nennt; oder wenn man lieber vorm Fernseher sitzen bleibt, als beim Sport mitzumachen.“
Dann lasen wir reihum einen Teil aus der Einleitung, in dem der Zusammenhang des Opportunismus zur sich weltweit entfaltenden Krisenhaftigkeit des Imperialismus dargestellt wurde. Mit den Wölfen heulen, oder sich für den revolutionären Klassenkampf entscheiden? So klärten wir, dass es im Buch vor allem um die opportunistischen Strömungen geht, die Scheinantworten auf die Krisen des Kapitalismus liefern und doch in die Sackgasse führen.
Anschließend stellte ich kurz die behandelten Themen im neuen Buch vor. Dann haben wir reihum den Abschnitt zur Interventionistischen Linken gelesen (S. 204 bis 207), weil darin viele Fragen behandelt werden, mit denen der REBELL regelmäßig zu tun hat. Die Interventionistische Linke, so heißt es dort auf Seite 204, entstand aus der Krise der der autonomen Bewegung. Sie bezeichnet sich selbst als "postautonome" Organisation.
Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus
268 Seiten, 17,50 €
Wir setzen uns weiter mit dem Begriff „interventionistisch“ auseinander. Ein Rebell sagte: „Das ist von vorne herein defensiv, weil man nur reagiert auf die schlimmsten Auswirkungen des Kapitalismus.“ Wir klärten, dass die Interventionistische Linke auf dieser Grundlage auch keine gesellschaftliche Lösung für die Probleme der Massen finden kann. Dann entwickelten wir die Kritik an dem Dogmatismus-Vorwurf der Interventionistischen Linken gegen die Marxisten-Leninisten. Ein Rebell sagte, dass ihm dieser Vorwurf bei Demos auch schon gemacht wurde. Wir hielten fest, dass der MLPD und dem REBELL nur deshalb Dogmatismus vorgeworfen wird, weil wir an den marxistisch-leninistische Grundlagen festhalten und nicht bereit sind, davon abzuweichen. Das heißt aber nicht, dass wir die Theorie nicht ständig weiterentwickeln würden. Keine andere Partei hat so eine aktuelle Einschätzung der Corona-Pandemie und einen so konsequenten Forderungskatalog zum Gesundheitsschutz wie die MLPD. Zugleich machte ich deutlich, dass der Verzicht der Interventionistischen Linken auf jede Art von Programm eine Ursache davon ist, dass sie gescheitert ist.
Am Schluss diskutierten wir, mit welchen Argumenten man den RW an Jugendliche verkaufen kann, welche Gegenargumente zu erwarten sind und welche Methoden wir entwickeln. Die Rebellen berichteten von ihren ersten Erfahrungen vom Verkauf bei der Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Demo. Sie sagten, dass das Buch sehr aktuell ist und an vielen Fragen ansetzt, die auch breit unter der Jugend diskutiert werden. Wie zum Beispiel der Hype um die Digitalisierung oder das kopflose Corona-Krisenmanagement der Regierung. Wir diskutierten, dass man konkret herausfordern muss, dass die Jugend sich kritisch mit den opportunistischen Einflüssen auseinandersetzt, um wirklich einen Ausweg aus der Kapitalismuskrise zu finden. Zu erwartende Gegenargumente waren, „kein Geld“ und „ich lese keine Bücher“.
Zur Frage der Finanzierung mussten wir dann selbst eine Argumentation gegen den Opportunismus entwickeln. So schlug ein junger Rebell vor, einfach zu sagen: „Eigentlich kostet das Buch 20 Euro, aber für dich sind es nur 17,50 Euro“, um den Jugendlichen vorzugaukeln, dass sie ein Schnäppchen machen würden. Hier argumentierten wir, dass er damit der Erziehungsarbeit gegenüber den Jugendlichen ausweicht, die lernen müssen, dass die Arbeiterklasse ihre politische Arbeit selbst finanzieren muss und dass der REBELL prinzipiell nicht so eine unehrliche Argumentation verfolgt. In diesen Büchern steckt enorm viel Arbeit und sie sind jeden Cent wert. Ein anderer Rebell sagte: „Wenn das neue FIFA-Spiel für die Spielkonsole rauskommt, ist man auch schnell bereit, 50 Euro dafür auszugeben, warum dann nicht für einen RW.“ Der junge Rebell war nicht zu überzeugen und meinte, wir würden uns das zu schwer machen. Die Auseinandersetzung war aber gut, um den Rebellen deutlich zu machen, wie vielfältig die kleinbürgerlich-opportunistische Denkweise auch im REBELL auftritt und dass man sie gleich bekämpfen muss.
Fazit: Das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ trifft unter der Jugend voll ins Schwarze und löst lebhafte Debatten aus.