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„Langestraße“ sollte wieder „Thälmannstraße“ heißen

Am 7. Februar 2020 jährte sich zum 70. Mal die antikommunistische Umbenennung der „Thälmannstraße“ in Stuttgart Mitte in „Langestraße“. 1946 wurden auf Vorschlag der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) elf Straßen in Stuttgart nach Opfern des Faschismus benannt.

Korrespondenz
„Langestraße“ sollte wieder „Thälmannstraße“ heißen
Ernst Thälmann

Der Vorschlag wurde durch die Vollversammlung des Gemeinderats im Februar mit 46 „Ja“-Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. So wurde die Langestraße nach dem Reichstagsabgeordneten und Vorsitzenden der KPD, Ernst Thälmann, umbenannt. Ernst Thälmann wurde im März 1933 gefangengesetzt und nach elf Jahren in faschistischer Gefangenschaft am 18. August 1944 im KZ Buchenwald feige ermordet.

 

Doch schon sechs Jahre danach wurde auf Antrag der revanchistischen und ultrareaktionären „Deutschen Gemeinschaft / Block der Heimatvertriebenen (DG/BHE)“ diese Umbenennung rückgängig und im Amtsblatt der Stadt Stuttgart vom 7. Februar 1952 bekannt gemacht.

 

Im Zuge der Remilitarisierung und des militärischen Aufstieg des neudeutschen Imperialismus und des Bruchs des Potsdamer Abkommens mobilisierte 1951 die Adenauer-Regierung zur offenen Repression gegen die Kommunisten. So blieb es nicht bei der Umbenennung der Stuttgarter Thälmannstraße. Zigtausenden Kommunisten, die die KZs und die Verfolgung der Nazi-Faschisten überlebt hatten, wurde ihr Status als „Verfolgte des Naziregimes“ aberkannt. 150.000 bis 200.000 Ermittlungsverfahren wurden gegen tatsächliche oder mutmaßliche Kommunisten geführt. „7000 bis 10.000 Funktionäre der KPD verurteilten westdeutsche Gerichte zu teils hohen Haftstrafen. Tausende wurden enteignet oder verloren ihren Arbeitsplatz. DGB-Gewerkschaften schlossen kommunistische Gewerkschaftsfunktionäre und Betriebsräte aus...,“ schreibt Stefan Engel in seinem Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ (S. 57). Der offen reaktionäre Antikommunismus sollte so durch die Adenauer-Regierung wiederbelebt und zur Staatsreligion gekürt werden.

 

Die derzeitige Fraktion von SÖS / Linke / Piraten im Stuttgarter Gemeinderat und alle fortschrittlichen Menschen und Organisationen in Stuttgart und darüber hinaus könnten den 70. Jahrestag der antikommunistischen Umbenennung zum Anlass nehmen, eine erneute Umbenenung in „Ernst-Thälmannstraße“ zu fordern und sich so in die Bewegung: „Gib Antikommunismus keine Chance!“ einzureihen.

 

Hier die Dokumentation der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses anlässlich des 75. Jahrestags der Ermordung Ernst Thälmanns