"Ausbildungsgarantie" = Geschenk für die Monopole
DGB schlägt Alarm am Ausbildungsmarkt
Knapp 27 000 Jugendliche in Baden-Württemberg haben 2021 keinen Ausbildungsplatz bekommen. Der DGB schlägt deshalb Alarm. Für die Wirtschaftsverbände und das Wirtschaftsministerium ist „die Ausbildungsmarktlage für die Jugendlichen 'sehr gut'“. (1)
Diese verweisen darauf, dass es „deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber (gäbe) und 10. 000 unbesetzte Ausbildungsstellen“. Doch das ist eine unverschämte Ablenkung davon, dass von der Industrie bis Dezember 2021 nur 16 000 Ausbildungsplätze angeboten wurden - zehn Prozent weniger als zwei Jahre zuvor! In der Vernichtung der Ausbildungsplätze zeigt sich am deutlichsten, dass das Kapital die Krisenlasten auf den Rücken der Arbeiter und Angestellten und ihrer Jugend abwälzt.
Für die Gewerkschaften ist klar, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen schon allein aus regionalen Gründen nicht eins zu eins mit dem Bedarf zusammenpasst. Der DGB fordert deshalb mehr Lehrstellen, eine bessere Berufsorientierung mit Praktika u.a. sowie mehr bezahlbaren Wohnraum für Azubis. Im Vorfeld der Klausur eines Ausbildungsbündnisses von Landesregierung, Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaftsverbänden und des DGB fordert der DGB-Chef von Baden-Württemberg: „Es ist an der Zeit, über die Ausbildungsgarantie zu sprechen“ (1). Diese ist sowohl im Ampel-, wie auch im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung von Baden-Württemberg enthalten.
Im Rote-Fahne-Magazin 26/2021 heißt es dazu treffend: „Die Ausbildungsgarantie entpuppt sich bei genauem Hinsehen in erster Linie als Geschenk für die Monopole.“ Statt diese zur Schaffung von mehr Ausbildungsstellen zu verpflichten, soll die betriebliche und v.a. die außerbetriebliche Ausbildung mit unseren Steuergelder subventioniert werden. Die Erfahrungen zeigen aber, dass die Abschlüsse in solchen außerbetrieblichen Ausbildungsstätten den Jugendlichen nicht viel bei der Berufssuche helfen. Denn sie sind meist zu theoretisch und nicht auf dem Stand der technischen Entwicklung wie die in den großen Lehrwerkstätten.
Es ist deshalb an der Zeit: Für die Kampfeinheit von Jung und Alt zur Durchsetzung der Forderung, wie sie die MLPD aufgestellt hat: „Für die Verpflichtung der Großbetriebe zu einer Ausbildungsquote von mindestens 10 Prozent der Beschäftigten!“