Aus der Kollegenzeitung Vorwärtsgang

Aus der Kollegenzeitung Vorwärtsgang

Wenn ich VW wäre ...

... würde ich auch die Bereiche auslagern, die immer nur Minus machen, wie die Gießerei und den Wärmetauscher. So ein Artikel aus dem "Vorwärtsgang", Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken.

Wir sind nicht VW - wir verkaufen unsere Arbeitskraft und wollen die Arbeitsplätze und Löhne behalten, daher ist es falsch, wenn wir auch anfangen, so zu denken wie ein Unternehmer. Nach der Logik würden wir Arbeiter uns in allen Ländern gegenseitig immer weiter unterbieten, nur damit VW immer mehr Gewinn macht. Das dreht die Lohnspirale immer weiter nach unten und die Arbeitsplätze werden immer weniger.

 

Es ist jetzt schon so, dass 8,6 Millionen Menschen zum Mindestlohn arbeiten. Das sind 8,6 Millionen Menschen, die von Altersarmut betroffen sind. Wie entsteht eigentlich das Minus, was wir im Wärmetauscher und der Gießerei angeblich machen? Es wird ein Zylinderkopf oder Kühler ausgeschrieben und VW hat schon einen Preis dafür im Kopf. Wohl wissend, dass dies nicht möglich ist. Dann wird das Produkt in verschiedenen Firmen geplant und ein Angebot abgegeben. Meist sind Firmen wie Valeo usw. pro Kühler billiger als im WT, auch die Gießerei in Polen ist oft billiger als in Hannover.

 

Wenn das Produkt doch nach Hannover kommt, heißt es, wir machen 1 € Minus pro Kühler, weil ja Valeo 1 € billiger war. In der Realität wird aber zum Beispiel pro Golf 400€ Gewinn gemacht. Wenn unser Kühler 1 € teurer war, sind das immer noch 399 € Gewinn. Wir machen also nur theoretisch ein Minus - denn wenn wo anders produziert wird, die Kühler und Zylinderköpfe billiger sind - erhöht sich praktisch der Gewinn für VW.