Industriebetrieb in Ostdeutschland
Ukraine: Im Betrieb ist die Stimmung nachdenklich und kritisch
Tag 1 des Überfalls der russischen Truppen auf die Ukraine. Beim Frühstück herrschte eine seltsam gedrückte Stimmung.
In den Tagen zuvor hatten wir untereinander viel diskutiert: „Droht wirklich ein Krieg“? So richtig wirklich daran glauben, es sich ernsthaft vorstellen konnten sich nur wenige von uns. Teils wurde es unterschätzt. „Hat sich Putin nicht erst vor kurzem ganz übel mit seiner Armee in Kasachstan aufgeführt, ist gemeinsam mit dem dortigen Machthabern brutal gegen das Volk vorgegangen“? Solche Argumente sorgten dann doch wieder dafür, dass so ein Krieg „denkbar“ wurde.
Ein Kollege sagte: "Das ist kein Spaß, was hier abgeht“ - die Sorgenfalten standen allen im Gesicht. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Auch wegen der Atomwaffen. Wir hatten in den letzten Tagen öfters über die NATO-Osterweiterung, den Bruch dieser Vereinbarungen aus den 1990iger Jahren und was das so bedeutet diskutiert. Ein anderer Kollege meinte: „Aber diese Länder haben sich trotzdem aus freien Stücken der NATO angeschlossen, das ist doch ihr Recht“. Wir diskutierten kontrovers, was wäre 1990 gewesen, wenn die USA/NATO damals dieses Zugeständnis, dass sich die NATO keinen Millimeter nach Osten erweitern würde, nicht gegeben hätte? „Dann hätte Gorbatschow wohl nicht eingewilligt – also keine Wiedervereinigung - auch wahr“.
Wir waren uns einig, dass besonders die USA/NATO eigentlich immer vorne dran stehen in der imperialistischen Kriegstreiberei. Aber auch, dass das heutige Russland „aggressiv“ ist. Nicht die normalen Menschen - im Gegenteil - aber der Machthunger. Viel Beachtung und würdigende Blicke und Zustimmung, als ein Kollege meinte: „Was die jetzt machen ist doch das Völkerrecht brechen, wie die USA in Afghanistan und die NATO-im Jugoslawienkrieg … Putin hat in seiner Nacht-Rede den Lenin und Stalin angemacht, dass sie wegen ihres Einsatzes für die Souveränität der Völker, die territoriale Integrität und das Selbstbestimmungsrecht auf Lostrennung auch des ukrainischen Volkes – damit die russischen Interessen verkauft hätten! Das sieht man wirklich welcher imperiale Geist von den heutigen russischen Zaren ausgeht“. Keiner widersprach. Diese sozialistischen Grundsätze sind sehr aktuell und die Antikommunisten aus jedem imperialistischen Bündnis/Block müssen solche sozialistischen Prinzipien attackieren, wenn sie versuchen ihre verbrecherischen Kriege zu rechtfertigen.