Korrespondenz über die Auseinandersetzung in einer Lehrwerkstatt

Korrespondenz über die Auseinandersetzung in einer Lehrwerkstatt

Wer ist schuld am Krieg und was können wir tun?

In meiner Lehrwerkstatt war letzte Woche der Krieg, der in der Ukraine ausgebrochen ist, das Hauptthema. Die meisten machen sich Sorgen. Einige sind sich sicher, dass das der Beginn des Dritten Weltkriegs ist. Über Ursache und Perspektive für diese gefährliche Situation fanden die größten Diskussionen statt.

 Ein paar hatten die Position aus den Medien übernommen, dass Putin verrückt ist und deshalb gegen eine Ukraine, die sich nach Demokratie aus der NATO sehnt, in den Krieg zieht. Ein großer Teil, vor allem türkischer Azubis hielt dagegen und meinte, dass sie sich nicht vorstellen können, dass die NATO so friedlich ist: Immerhin hat die USA, an der Spitze der NATO, Terrorgruppen wie Al-Kaida mitbegründet und im Nahen Osten im Ringen um Rohstoffe und Macht Verwüstung hinterlassen. Einige Kollegen meinten, dass dieser Krieg durch ein Versagen der Diplomaten und Politiker verursacht wurde.

 

In diesem Hin und Her waren die Position des Jugendverbands REBELL und der MLPD ein wichtiger Orientierungspunkt, der einige Fragen zu den Ursachen der Kriegstreiberei klären konnte. Wir wurden uns darüber einig, dass es keiner der beteiligten Parteien um einen Krieg für Frieden, Freiheit und Demokratie geht, sondern, dass alle Beteiligten aus Macht- und Geldinteressen handeln. Dabei leidet am meisten das ukrainische Volk. Uneinig blieb ich mit allen Kollegen bisher über die Frage, was jetzt eigentlich zu tun ist.

 

Einer meint zynisch: „Wenn der Krieg hierhin kommt, baller ich halt ein paar ab, dann kann ich meinen Counterstrike-Highscore im Real-life knacken“. Da haben wir uns dann erst mal ordentlich in die Haare bekommen, bis klar war, dass das ganz schön rücksichtlos ist und man so was auch nicht im Spaß von sich gibt. Es ist doch kein Zufall, dass solche Ballerspiele massenhaft entwickelt und mit vielen finanziellen Mitteln unter der Jugend verbreitet werden. Durch Ballerspiele und Kriegs-Simulationen wird man nicht automatisch zum Amokläufer, aber es ist Teil der psychologischen Kriegsvorbereitung unter der Masse der Jugend. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, dem den Kampf anzusagen und aktiven Widerstand gegen eine akute Weltkriegsgefahr zu leisten.