Daimler Untertürkheim
Keine Stimme der faschistischen Betriebsratsliste "Zentrum Automobil"! [1]
Deutschlandweit wird das Abschneiden der Liste „Zentrum Automobil“ bei den Betriebsratswahlen verfolgt, mit denen Faschisten in den industriellen Großbetrieben Fuß fassen wollen. Im Focus dabei Daimler Untertürkheim, wo „Zentrum“ seine Wurzeln und größten Erfolge hat. [2]
Deren Liste tritt dort bei den Betriebsratswahlen vom 10. bis 14. März mit 204 Kandidatinnen und Kandidaten an. „Zentrum“ greift dabei demagogisch die Sorgen der Kolleginnen und Kollegen auf. Schuld für die vom Mercedes-Vorstand geplante Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätze sei die CO2-Gesetzgebung. „Die Klima- bzw. CO2-Reduktionshysterie (würde) durch die Arbeitnehmervertreter der IG Metall auch noch befeuert“ werden.
Wer jedoch den begonnenen Übergang in die globale Umweltkatastrophe als „Hysterie“ diskriminiert und „für den Erhalt der Verbrennungsmotors ohne Wenn und Aber“ eintritt, der steht die Freiheit der kapitalistischen Ausbeutung des Menschen und der Natur. Für die MLPD vertritt das faschistische „Zentrum“ „tatsächlich die Interessen der deutschen Automobilkonzerne in radikaler Konsequenz.“ [3]
Es ist deshalb sehr zu begrüßen, dass bis in die Führung der IG Metall hinein nicht mehr weggeschaut wird, sondern sich mit solchen faschistischen Aktivitäten und ihrer Demagogie auseinandergesetzt wird. So gibt es einen Flyer der IG-Metall-Vertrauensleute Mercedes Benz mit dem Titel: „Solidarität statt Spaltung – Vertrauensleute aktiv gegen rechte Hetze!“. Darin wird aufgeklärt und klare Kante gezeigt: „Viele Zentrumsmitglieder sind aktiv in faschistischen Organisationen. ...Mitglieder faschistischer Gruppen, die schikanieren und mobben, haben in unserem Werk keinen Platz. ...Antifaschismus ... bleibt eine zentrale Aufgabe für alle Metallerinnen und Metaller“.
Die Betriebsgruppen der MLPD bei Daimler setzen sich dafür ein, dass dieser Flyer breit eingesetzt und für die Schaffung einer antifaschistischen Aktionseinheitspolitik genutzt wird. Sie verbinden dies mit einer bewusstseinsbildenden Arbeit über die klassenmäßigen Wurzeln des Neofaschismus und den Gründen für das Wiederaufkommen faschistischer Ideologien im neuen Gewand. Damit befasst sich in einem Kapitel das neue Buch von Stefan Engel „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“. Es gehört in die Hand jedes kritischen, kämpferischen und nach einer grundlegenden Alternative zum Kapitalismus suchenden Arbeiters.
[1] Aus „Gemeinsame Erklärung der MLPD-Betriebsgruppen S-Untertürkheim und Sindelfingen zu den Betriebsratswahlen 2022“ vom 24.2.
[2] 13,2% der Stimmen und 6 Mandate bei den BR-Wahlen 2018
[3] Stefan Engel: „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus“ S.243