Automobilindustrie

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Werden in Deutschland bald keine Autos mehr produziert?

„Hat das Autoland seine besten Zeiten hinter sich?“ - titelte die „Stuttgarter Zeitung“¹. In der Region lässt das aufhorchen. Immerhin waren im Jahr 2018 215.500 Menschen direkt in der Automobilbranche beschäftigt. Schließlich hat erst vor kurzem der Daimler-Chef, Ola Källenius, in seiner Bilanzpressekonferenz für den Gesamtkonzern Mercedes-Benz Group einen Rekordgewinn von sage und schreibe 29,1 Mrd. Euro bekannt gegeben. Auch Porsche / Audi / VW und Bosch weisen hohe Profite aus. Der Aufhänger für die o. g. Artikel-Überschrift ist die Beinah-Halbierung der Autoproduktion in den letzten fünf Jahren: „2021 lag die Produktion (von 3,1 Mio.) in Deutschland um 46 Prozent unter dem historischen Spitzenwert von 5 ,7 Millionen Fahrzeugen in 2016. Der Einbruch ist gewaltig und kann nicht nur mit der Pandemie und dem Chipmangel erklärt werden. Vielmehr muss man davon ausgehen, dass der Standort die Zeiten mit den höchsten Fertigungszahlen hinter sich hat.“

Von wb

Mal abgesehen davon, dass - wie bei bürgerlichen Experten üblich - die seit 2018 existierende Weltwirtschafts- und Finanzkrise unter den Tisch gekehrt wird, kommt hier das folgende zum Ausdruck: Die in den letzten Jahren wieder beschleunigte Internationalisierung der kapitalistischen Produktion und die damit verbundenen Verlagerung von Produktionslinien und Werke. Letztere findet vor allem nach Osteuropa statt, wo die Löhne bzw. „Arbeitskosten“ zwischen neun Euro (Rumänien) und 18 Euro (Slowenien)je Stunde liegen.² Zusammen mit der staatlichen Subventionierung der Investitionen in diese neuen Standorte erhöht das die Profite der Automonopole. Außerdem wird nach China, als dem größten und am meist expandierenden Automarkt der Welt verlagert. So produziert VW 38 Prozent seiner Autos in China, gegenüber 27 Prozent in Deutschland.

 

Am striktesten konzentriert sich Mercedes auf die Produktion der profitträchtigen Luxusmodelle. Hier wird die modernste Technik, mit viel Elektronik und Software, verbaut. Das ist auch ein Grund dafür, warum das Personal der Autobranche im gleichen Zeitraum nur um drei Prozent zurückging und die Stammbelegschaften im Vorjahr 457.000 Menschen zählten.

 

 

„Kapitalismus ist Krise – Wir sind der Fortschritt!“ ist deshalb der Titel einer Broschüre der MLPD, mit der gegen diese Meinungsmanipulation polemisiert wird. „Tatsächlich ist die internationale Arbeiterklasse, und insbesondere das internationale Industrieproletariat, Trägerin der fortgeschrittensten Produktionsweise.“ Die Broschüre enthält ein Zukunftsprogramm. Für heute, mit dem offensiven Kampf um jeden Arbeitsplatz und der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Und „für morgen“: Dem revolutionären Kampf für den echten Sozialismus, in dessen Rahmen der Fortschritt der Produktivkräfte der Gesellschaft und Schutz der Natur dient.

 

Hier geht es zur Borschüre