Löhne
Schluss damit, den Kampf um Lohnnachschlag mit „spitzen Fingern“ anzufassen!
Wir diskutierten in der Parteigruppe Hella selbstkritisch, warum wir uns bisher nicht offensiv und selbstbewusst für einen Lohnnachschlag zum Ausgleich für die explodierenden Preise einsetzen.
Zwar haben wir unter Kollegen die Notwendigkeit eines Lohnnachschlags angesprochen, aber uns nicht wirklich mit ihren Meinungen auseinandergesetzt.
Eine Rechtfertigung war zunächst: „Da kommt nicht viel von den Kollegen“. Wenn wir aber immer darauf warten würden, was spontan von den Kollegen kommt, bräuchten wir keine Parteigruppe. Diese muss bewusst auf den Klassenkampf Einfluss nehmen und die Kollegen davon überzeugen, selbst aktiv zu werden.
Eine Kollegin meinte: „Wir verdienen ja noch relativ gut …“. Aber dann könnte man ja nie etwas fordern, denn es gibt immer irgendwo Menschen, die weniger verdienen als Industriearbeiter bei uns. Außerdem tragen wir mit der Durchsetzung von Lohnforderungen dazu bei, dass sich das allgemeine Lohnniveau erhöht - das ermutigt auch andere zum Kampf dafür.
Manche sagten: „Mir ist mein Arbeitsplatz wichtiger.“ Aber das steht ja nicht alternativ zum Kampf um höhere Löhne - im Gegenteil. Wenn die Arbeiter erkennen, dass wir beim offensiven Lohnkampf die Konzernzentralen zu Zugeständnissen zwingen können, dann ermutigt das auch zum Kampf um jeden Arbeitsplatz.
Die Hauptfrage ist, ob und wie diese Forderung durchzusetzen ist. Klar ist, dass Streik eine zentrale Waffe der Arbeiter ist, und für einen Lohnnachschlag selbständig gestreikt werden müsste. Die Arbeiter müssen sich also das Recht auf Streik nehmen, das in Deutschland von der Rechtsprechung nur auf den Tarifkampf beschränkt ist. Das erfordert auch starke Gewerkschaften, die aber nicht offen zum selbständigen Streik aufrufen dürfen. Es wird Zeit, die Forderung nach einen allseitigen und vollständigen gesetzlichen Streikrecht durchzusetzen.