VW Hannover

VW Hannover

Zukunftsprodukte und ‚alte‘ Produkte?

Jeder freut sich in den Werken, wenn Produkte für die eigene Fabrik entschieden sind. Scheinbar ist damit ja mein Arbeitsplatz sicher. Hier stehen wir als Arbeiter aber vor einem Dilemma. Das Produkt, was für uns entschieden ist, führt zum Arbeitsplatzabbau in einem anderen Werk, einem anderen Land und in einer anderen Fabrik.

Aus Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“

Zurzeit ist alles noch nicht so ein Problem, die Mehrheit der verkauften Autos sind Verbrenner. Gleichzeitig wird die Produktion für die E-Autos aufgebaut.

 

Zum Teil entsteht ein Mehrbedarf an Arbeitskräften. Nehmen wir das Beispiel Hannover. Durch die Kooperation mit Ford geht der Transporter ab 2024 in das Ford-Werk in der Türkei.

 

In Hannover wird weiter der Multivan gebaut. Dafür kommt der ID BUZZ als elektrischer Nachfolger des Transporters nach Hannover. Für dessen Produktion werden weniger Kollegen gebraucht. Deswegen gab es die Zusage vom D SUV für Hannover.

 

Aber Porsche steigt aus. Dann „erfolgreiche“ Planungsrunde 70 und in Hannover kommt der ID BUZZ California. Was passiert 2030, wenn kein Verbrenner mehr gebaut wird, mit den Kollegen in Limmer, die jetzt den California bauen?

 

Zylinderköpfe werden nach Polen verlagert. Um keinen Kollegen zu entlassen, werden die Kollegen nach Barsinghausen versetzt, wo die Achsen vom ID BUZZ gebaut werden. Was passiert ab 2024 mit den Kollegen in Braunschweig, die jetzt die Achsen für den Transporter bauen?

 

Diese Fragen kann man beliebig für jedes Werk fortsetzen. Wir brauchen in allen Werken die Arbeitsplätze, auch für die Jugend. Deswegen dürfen wir als Standorte nicht miteinander konkurrieren, sondern müssen gemeinsam um die Arbeitsplätze kämpfen. Wenn Diess (Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, Anm. d. Red.) von 30.000 Arbeitsplätzen spricht, die über sind, spricht er auch von 30.000 Familien. Das ist eine ganze Kleinstadt.

 

Wenn in Hannover trotz der „neuen“ Produkte ein Drittel der Arbeitsplätze vernichtet werden, sind das auch 5000 Arbeitsplätze, die der Jugend fehlen. Nicht die Umstellung auf E-Autos vernichtet Arbeitsplätze, sondern die Profitgier von VW.