Gelsenkirchen

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Gedenken: 102 Jahre Rote Ruhrarmee – Nichts ist vergessen! Niemand wird vergessen!

Am Sonntag, dem 3. April, werden verschiedene Organisationen und Einzelpersonen der Kämpfer der Roten Ruhrarmee in Gelsenkirchen gedenken. Vor 102 Jahren, am 13. März 1920, führten ultrareaktionäre Kräfte des preußischen Junkerturms, des Militarismus und der Großindustrie unter Führung von Kapp und Lüttwitz einen faschistischen Putsch durch und stürzten die SPD-geführte Regierung in Berlin.

Gedenken: 102 Jahre Rote Ruhrarmee – Nichts ist vergessen! Niemand wird vergessen!
(rf-foto)

Dagegen streikten in ganz Deutschland die Arbeiter. Die Faschisten wollten den Streik zusammenschließen. Doch die Arbeiter bewaffneten sich! 100.000 Bergleute, Stahlarbeiter, Frauen schlossen sich in der Roten Ruhrarmee zusammen. Eine proletarische Einheitsfront aus den verschiedenen Gewerkschaften und Parteien brachte in einem bewaffneten Kampf dem Putsch eine Niederlage bei. Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen und Parteilose kämpften gemeinsam! Sie proklamierten: „Wir kämpfen nur für unsere Ideale, die die der ganzen Menschheit sein müssen. Für ein freies Volk auf freiem Grund!“

 

Nachdem Kapp besiegt war, verriet die SPD-Regierung die Arbeiter und ließ zu, dass diese von der Reichswehr und den rechtsradikalen Freikorps zu Tausenden ermordet wurden. Aus rein antikommunistischen Motiven und aus Angst vor der Revolution wurden so die Arbeiter blutig unterdrückt. Auf dem Friedhof in Horst-Süd erinnert ein Mahnmal an die Gefallenen aus Gelsenkirchen. Seit 2010 gedenken dort im März antifaschistische und revolutionäre Kräfte aus Gelsenkirchen der Toten. Der aktuelle Bezug ist der, dass in Deutschland und international immer stärker Regierungen nach rechts rücken, faschistische oder faschistoide Parteien wie die AfD Spielraum bekommen. In diesem Jahr gilt das Gedenken auch der Verurteilung und dem Protest gegen den ungerechten Krieg in der Ukraine, in dem es von beiden Seiten um imperialistische Machtinteressen geht. Wir akzeptieren nicht, dass dafür Tausende von Menschen fliehen müssen, ermordet oder verletzt werden!

 

Statt aus der Geschichte zu lernen, versuchte die Gelsenkirchener SPD-Spitze mit anderen bürgerlichen Parteien von CDU, FDP bis AfD, dieses Gedenken zu verhindern, zuletzt mit einer Veränderung der Friedhofssatzung vom Dezember 2020: Gedenkfeiern oder Veranstaltungen von Antifaschisten und Friedenskämpfern am Mahnmal der Roten Ruhrkämpfer, aber auch an den Gedenkstätten für die ermordeten Kriegsgefangenen aus der damaligen Sowjetunion oder für die jüdischen Frauen sind untersagt! Das richtet sich gegen alle Demokraten. Dieser antikommunistische Maulkorb muss fallen! Das Gedenken an die Märzkämpfer von 1920 wird auf jeden Fall stattfinden.

Das Gedenken findet am 3. April, 13.30 Uhr, statt. Treffpunkt ist um 13.15 Uhr am Parkplatz des Friedhofs Horst-Süd.

Beteiligte Organisationen und Einzelpersonen: AUF Gelsenkirchen, Einzelpersonen, Freidenker Gelsenkirchen, Frauenverband Courage, Gelsenkirchener Montagsdemonstration, Jugendverband REBELL, Kumpel für AUF, MLPD, Solidarität International Gelsenkirchen, Umweltgewerkschaft.