Aktiver Widerstand ist herausgefordert
Münster: Kritische Diskussionen zu kleinbürgerlich-pazifistischer Ausrichtung
Am 26. März fanden sich auf dem Prinzipalmarkt vor dem Rathaus in Münster erneut rund 50 Personen zu einer Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg zusammen - organisiert von der Linken.SDS, der DFG-VK und der Friedenskooperative Münster (FriKo).
Vertreten waren neben diesen Organisationen auch Leute der GGUA (Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.), VVN-BdA und auch die MLPD.
Bei den Redebeiträgen berichtete ein Aktivist davon, dass sich Arbeiter in der Ukraine gegen den Krieg zur Wehr setzten und einen Streik organisierten. Erinnert wurde von einem anderen Aktivist von Linke.SDS daran, dass die Oktoberrevolution in Russland 1917 den Ersten Weltkrieg beendete. Positiv wurde hier auch der Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion gewertet. Nicht die Lieferung von Waffen in die Ukraine sei jetzt richtig, sondern der gemeinsame aktive Widerstand gegen den Krieg und die drohende Gefahr eines Dritten Weltkrieges. Eine Schwäche der Kundgebung bestand jedoch darin, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen Redebeitrag hielten, sich darüber einig waren, dass dieses nur mit gewaltfreiem Widerstand geschehen könnte. Die Ausrichtung aller Beiträge waren, so viele wichtige Forderungen sie auch enthielten, kleinbürgerlich-pazifistisch geprägt.
Das merkte man auch in Diskussionen. "Frieden schaffen ohne Waffen" war hier ein häufiges Argument. Der weltweite Imperialismus kann aber nur revolutionär überwunden werden. Zustimmung gab es aber dabei, dass es einen weltweiten, aktiven Kampf der Friedensbewegung gegen den Krieg geben muss, dass sich der Widerstand gegen jede imperialistische Aggression richten muss. Ein Teilnehmer stimmte zu, dass die Arbeiter auch gegen den Krieg streiken müssten. Die MLPD verteilte die neueste Erklärung des Zentralkomitee der MLPD. Rund die Hälfte der Teilnehmer nahm ein Flugblatt. Nächsten Samstag findet wieder eine Kundgebung statt, am gleichen Platz.