Bedeutender Arbeiterkampf

Bedeutender Arbeiterkampf

Griechenland am 6. April: Generalstreik in 70 Städten!

Der Generalstreik in 70 Städten in Griechenland wurde erfolgreich durchgeführt. So was hat Regierungschef Mitsotakis schon lange nicht mehr gesehen! In Athen überall Arbeiterblöcke, die auf den Syntagma-Platz marschierten. Dort führten Zehntausende eine Kundgebung durch. Es war etwas Neues diesmal!

Von Iordanis Georgiou
Griechenland am 6. April: Generalstreik in 70 Städten!

Die Forderungen richteten sich nicht nur gegen die Armut, sondern auch gegen die Politik der rechten Regierung, Griechenland immer mehr in den imperialistischen Krieg in der Ukraine zu verwickeln. "Schluss damit, wir wollen keine weitere Beteiligung des Landes am imperialistischen Krieg" - das war nicht zu übersehen und zu überhören in sehr vielen Städten in Griechenland. Die Strangulierung des Volkes hat eine neue Qualität erreicht. Die Horrorpreise für die Lebensmittel, den unbezahlbaren Strom und die Gaspreise - sie zwingen uns zum täglichen Kampf um das Überleben, und jeden Tag wird es schwieriger.

 

Am 6. April traten auch die Larko-Arbeiter in einen 24-stündigen Streik gegen die kriminellen Pläne der Mitsotakis Regierung. Dieser Streik war der Beitrag der Larko-Arbeiter zum Generalstreik. Sie führten eine Kundgebung vor dem Tor des Betriebes durch mit einer sehr hohen Beteiligung. Die Larko-Bergarbeiter werden von den Frauen in der Region und dem Larko Women’s Struggle Comitee unterstützt. Große Unterstützung haben sie aus Mittelgriechenland von Gewerkschaften und Arbeitern erhalten. Einen Tag vor dem Generalstreik hat der Arbeitsminister die „positive“ Entwicklung in Griechenland verkündet. Sein Trick war, tausende von Arbeitslosen aus der Arbeitsamtstatistik herauszustreichen. Das und das Verbot der Streiks der Fluglotsen hat noch mehr Öl ins Feuer der Auseinandersetzung gegossen.

 

In Patras wurden auch große Betriebe bestreikt. Ab Mitternacht blieben die Schiffe der Fähre Rio - Antirrio an den Anlegestellen festgebunden, und bis zum Ende des Streiks wurde kein einziges Schiff losgemacht, wobei die Seeleute die ersten waren, die in den Streik eintraten. Die Gewerkschaft der Cosco-Hafenarbeiter verurteilten die Kriminalisierung des Kampfes der Fluglotsen. Alle Arbeiter müssen in diesem Generalstreik gemeinsam kämpfen, sagten sie, für Lohnerhöhungen, niedrige Tarife für Arbeiterhaushalte und gegen die Beteiligung des Landes am Krieg.

 

In Thessaloniki waren auch sehr viele Studenten und Jugendliche an der Demonstration beteiligt. Sie prangerten die Verschlechterung des Gesundheitswesens und des Bildungswesens an. Die Arbeiter ließen sich von den Erpressungsversuchen der Kapitalisten nicht einschüchtern. In vielen Betrieben streikten die Beschäftigten und marschierten dann ins Zentrum der Stadt und zum Hafen.

 

Schon morgens versammelten sich die Streikenden in Thessaloniki. Nachmittags erreichten sie mit ihrem Marsch den Hafen von Thessaloniki. In diesem Hafen wurde seit einem Tag begonnen, Militärfahrzeuge und leichte Geschütze der britischen Armee von dem Schiff "My Eddystone" zu entladen. Die Parolen gegen den Krieg und die Forderung, Griechenland nicht in diesen Krieg zu verwickeln, standen im Zentrum.

 

Die Gewerkschaftsvertreter baten darum, durch das Haupttor 10 des Hafens gehen zu dürfen, um sich an die NATO-Truppen zu wenden, um zu zeigen, dass Thessaloniki sie nicht willkommen heißt. Die Polizei ließ die Demonstranten nicht durch. Der Marsch bewegte sich anschließend Richtung Tor 11. Dieselbe Situation wie 1999, als die Menschen von Thessaloniki den Transport von Nato-Waffen nach Jugoslawien stoppten.

 

Die Bereitschaftspolizei hatte auch Tor 11 geschlossen und den Zugang zum Hafen verweigert. Den Demonstranten gelang es jedoch, die Polizeikräfte zu "überraschen" und in das Hafengebiet einzudringen. Die Polizei ging mit gepanzerten Kräften, mit Tränengas und Feuerwerkskörpern gegen die Demonstranten vor. Mit brutaler Gewalt schlug die Bereitschaftspolizei zu und verhaftete elf Streikende.

 

Einer Gruppe der versammelten Arbeiter und Studenten gelang es, sich den britischen Militärfahrzeugen zu nähern. Sie riefen: "Thessaloniki ist ein Hafen des Volkes und kein Nato-Stützpunkt." Unter den Festgenommenen befanden sich Mitglieder der KKE, des ZK der KNE, ein Journalist der Zeitung Rizospastis, Gewerkschafter und Studenten. Ein Schüler wurde mit Schlagstöcken bewusstlos zusammengeschlagen. Als dieser brutale Angriff bekannt wurde, wurden in Athen und Thessaloniki Massenkundgebungen durchgeführt und es wurde die sofortige Freilassung der Inhaftierten gefordert. Nach einigen Stunden wurden drei der elf Festgenommenen freigelassen.