Aus einer Lesegruppe

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Eine Orientierung für jede Frage

In unserer Lesegruppe aus zwei aktiven und zwei ehemaligen Automobilarbeitern lesen wir das Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ von Stefan Engel. Da wir viel diskutieren, sind wir relativ langsam, obwohl das nächste spannende Buch schon bereitsteht. Die Diskussion zeigt aber, wie das Buch eine Orientierung in allen Fragen gibt.

Korrespondenz

Anhand der Situation nach dem Zweiten Weltkrieg berichtet ein Kollege, dass die Westmächte im Nachkriegsdeutschland auf vielen wichtigen Posten, u. a. als Richter, Faschisten aus der Hitler-Zeit belassen haben. „Dieses rumeiern – wie heute“, sagt ein Kollege: „Jetzt sind die Scheichs von Katar und Saudi-Arabien plötzlich wieder die Guten.“ „Da sind wir doch wieder beim Pragmatismus, den das Buch kritisiert. Wie es ihnen gerade nützlich ist“, greift der andere auf, was schon einige Lesegruppen zurückliegt.

Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus

Stefan Engel

220 Seiten | ab 12,99 €

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Ein Kollege fragt, was das denn sein soll: „Demokratischer Antikommunismus? Wenn man wirklich demokratisch ist, dann ist man doch nicht antikommunistisch!“ Da hat er natürlich Recht. Deshalb steht der Begriff „Demokratischer Antikommunismus“ ja auch in Anführungsstrichen und soll ausdrücken, dass diese Variante des Antikommunismus sich demokratisch gibt, um Einfluss zu bekommen. Das ist eine Reaktion darauf, dass der offen aggressiv vorgetragene Antikommunismus z. B. von Adenauer an Wirkung verlor. Dann kommen wir zum bürgerlichen Freiheitsbegriff: „Das ist eine ganz schön Ego-bezogene Vorstellung von Freiheit“, sagt ein Kollege: „Das sind dann so Leute, die sich beschweren, dass sie im Internet nicht 'frei
' Frauen beschimpfen dürfen... .“ Am Ende kommt noch die Diskussion darauf, wie die MLPD zu Stalin steht. Wir haben auch Kritiken an Stalin, vor allem aber greifen wir seine Verteufelung durch den modernen Antikommunismus an und verteidigen seine großen Errungenschaften im Sieg über den Hitler-Faschismus und im Aufbau des Sozialismus. „Ach so ja, Negation der Negation“, sagt der Kollege. Dieses dialektische Gesetz hat es ihm nämlich besonders angetan und wird seit der Behandlung am Anfang auf alles angewendet. So soll es sein.

 

PS: Es soll ja immer noch Leute geben, die meinen das Buch sei zu schwer für Arbeiter. Der sei herzlich eingeladen, sich anzugucken, wie sich bei uns die Arbeiter diesen Stoff erkämpfen und anwenden.