Hannover

Hannover

VW: Wie macht man eigentlich Gewinne in der Krise?

VW zeigt wie es geht: Seit 2000 wurde der Gewinn von 4 Milliarden Euro auf fast 20 Milliarden Euro kontinuierlich gesteigert. Verluste gab es nur in den Jahren 2009 und 2015 und einen Einbruch im Jahr 2020 (Corona Krise). Aber wie geht das bei geschrumpften Absatz?

Korrespondenz

Es gibt drei Methoden:

 

  • Man erhöht die Marge (den Gewinn pro verkauften Produkt). Das wurde bei VW gezielt verfolgt. Die am Markt nicht mehr verfügbaren Computerchips wurde bewusst in die hochpreisigen Marken verbaut, die am meisten Gewinn abwerfen. Aus diesem Grund haben auch die Premium Marken der Volkswagen Gruppe am meisten zugelegt: Audi 5,5 Mrd., Porsche 5 Mrd. und Bentley 389 Mil. Die meiste Kurzarbeit gab es bei VW PKW beim Brot und Butter-Auto Golf bei VW Wolfsburg.
  • Man erhöht die Ausbeutung: Zunächst wirft man die Leiharbeiter raus, saniert sich durch die von der Allgemeinheit gezahlten Kurzarbeitergeld, erhöht die Taktzahl am Band und vergibt immer mehr Tätigkeiten an Fremdfirmen, dünnt die Belegschaft aus, indem man ausfallende Arbeiter nicht ersetzt. Kurz gesagt (nach Marx): Man erhöht den Mehrwert, den Anteil der unbezahlten vom Arbeiter geleisteten Arbeit. Alle diese Maßnahmen haben wir bei VW Hannover konkret erlebt.
  • Man spekuliert mit den vom Aktienkapital zur Verfügung gestellten Geldmitteln an der Börse, handelt mit Derivaten und Swaps, handelt mit Devisen und Rohstoffen, usw.. Das betrieb VW erfolgreich: Der größte Teil der im Jahr 2021 gemachten Gewinne (5,672 Mrd., mehr als 25%) entfällt auf Volkswagen Finanzdienstleistungen.

 

Damit scheint für VW die Krise überwunden. Und den Ausweg in die Spekulation suchen auch andere Firmen und reduzieren ihre Tätigkeit in der „realen Wirtschaft“ oder geben sie fast vollständig auf. Es ist ein Trend festzustellen, dass die Umsätze sich an der Börse vervielfachen, in der „realen Wirtschaft“ aber sinken. Das führt zwangsläufig in die Katastrophe: Denn die Gewinne an der Börse können nur durch den Kauf von Waren, sie können nur durch die „reale Wirtschaft“ realisiert werden. Geld an der Börse ist virtuelles Geld, es ist Buchgeld ohne echten Gegenwert. Wie soll das klappen? Die nächste offene Finanzkrise ist unausweichlich. Es ist nur noch die Frage, wodurch sie ausgelöst wird.