Griechenland

Griechenland

Cosco- und Larko-Arbeiter: "Die Blume unseres Zorns beginnt sich zu öffnen"

Die kämpfenden Arbeiter von Cosco im Hafen von Piräus und die kämpfenden Larko-Arbeiter haben einen gemeinsamen Slogan: "In unseren Streikmärschen riecht der diesjährige Frühling nach Arbeiter. Die Blume unseres Zorns beginnt sich zu öffnen."

Von Iordanis Georgiou
Cosco- und Larko-Arbeiter: "Die Blume unseres Zorns beginnt sich zu öffnen"
Versammlung der Cosco-Arbeiter (Foto: Gewerkschaft Enedep)

Dem schlossen sich die Lidl-Beschäftigten und die Öl-Arbeiter aus Kavalla an.

 

Die Cosco-Arbeiter haben am 13 und 14. April 24 Stunden lang gestreikt, weil Cosco-Kapitalisten sich immer noch weigern, die Verträge, die sie im letzten Streik erkämpft haben, zu unterschreiben. Dieser Streik wurde von den Gerichten für illegal erklärt. Dieses Urteil konnte die Streikenden nicht einschüchtern. Die chinesischen Kapitalisten meldeten sich daraufhin, weil sie wissen, die Cosco Arbeiter verstehen keinen Spaß mehr. Sie boten 3 Euro Lohnerhöhung pro Tag an! Das lehnten die Arbeiter auf ihrer Versammlung einstimmig ab und beschlossen ebenso einstimmig einen weiteren 24-Stunden-Streik ab dem 20. April (siehe Foto der Cosco-Gewerkschaft ENEDEP).

 

Die Forderungen stehen weiterhin:

 

  • Gesetzliche Zuschläge für Nachtarbeit, Samstage, Sonntage, Feiertage!
  • Umwandlung von Arbeitsverträgen in Vollzeit- und unbefristete Verträge !
  • Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen!
  • Umsetzung der Rechtsvorschriften zur Integration aller Beschäftigten in die BAE!
    (Hier geht es um besonders schwere Arbeiten)
  • Unterzeichnung von Tarifverträgen mit erheblichen Erhöhungen der Löhne und Gehälter für 7-Stunden-5-Tage-Arbeit!
  • Kostenlose öffentliche Sozialversicherung für alle!
  • Funktionieren der Ausschüsse für Sicherheit und Gesundheitsschutz an allen Arbeitsplätzen!
  • Ausstattung der Inspektionsdienste der SEPE - EFKA mit dem notwendigen ständigen Personal und der erforderlichen logistischen Ausrüstung
  • Intensivierung der Kontrollen an den Arbeitsplätzen, um die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten

 

Kaum war dieser Beschluss gefasst, kam der Gerichtsbeschluss, der den Streik für illegal erklärt. Es ist eine Provokation, mit 3 Euro anzukommen und gleichzeitig verkünden sie ganz frech heute, dass sie 2021 hervorragende Geschäfte gemacht haben. Damit erreichten sie die höchste Rentabilität in der Geschichte. Gewinne, die sie durch die Arbeit, durch den Schweiß, durch das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter erreicht haben.

 

Die Lebensbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien haben sich enorm verschlechtert. Sie sind heute an einem Punkt angelangt, dass sie nicht mehr davon leben können, was der Lohn hergibt, und sogar der Lohn von mehreren Arbeitsstellen nicht reicht. Die Lebenshaltungskosten sind außer Kontrolle geraten. Die Inflation ist bei offiziell 10%. Die Preise für Strom und Gas sind aber über 50% gestiegen. Die Löhne der Arbeiter in der Schwerindustrie sind zwischen 25 und 40% gesunken. In den anderen Bereichen zahlen sie Hungerlöhne. Diese Ungerechtigkeit und Rechtlosigkeit hat jahrelang die Arbeiter wie Zitronen ausgepresst für den Profit der Kapitalisten.

 

In verschiedenen Einzelkämpfen haben die Cosco-Arbeiter ihre Gewerkschaft ENEDEP gegründet. Die Kapitalisten reagierten wie überall in Griechenland mit der Gründung eigener Gewerkschaften, um die Arbeiter zu spalten. Die Cosco-Arbeiter erzählen, dass sie durch die Streikkämpfe des letzten Jahres gestärkt wurden. Sie schafften es, alle Arbeiter in einer Gewerkschaft zu organisieren - alle, die im ganzen Hafen von Piräus arbeiten. Früher waren sie in einzelne Branchen und Berufe getrennt organisiert. Diese "Blutsbande", sagen sie, haben ihnen die Kraft gegeben, noch größere Kämpfe zu beginnen, um die Arbeits- und Sicherheitsbedingungen sofort zu verbessern, damit „wir nicht einen weiteren Dimitri zu beklagen haben“.

 

Die Erpressungen, die Denunziationen, diese üblen Methoden aber greifen nicht mehr. Während sie aufgefordert werden, keine weiteren Aktionen, keine weiteren Streiks zu beginnen, werden ihre Kämpfe kriminalisiert. Die Gerichte stehen auf der Seite der Kapitalisten. Die Arbeiter sagen: Nein, nicht mehr! Wir haben Würde und müssen unsere Familien ernähren.

 

In einer Presseerklärung der Gewerkschaft der Cosco Arbeiter wird ausgeführt: "Die Beschäftigten des Hafens von Piräus sind keine Goldfische - und wir werden auch nicht den Kopf einziehen, wenn wir unter Druck, Terrorismus und Unterdrückung stehen - und auch nicht in den Schlamm, mit dem uns die Arbeitgeber und die Medien zu bewerfen versuchen. Nach 12 Jahren harter Arbeit mit Hunderten von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, nach dem Tod unseres eigenen Mannes Dimitri vor wenigen Monaten."

 

Sofort nach Bekanntgabe des Streikbeschlusses schrieb die Gewerkschaft der Larko-Arbeiter: „Kollegen, alle Arbeiter des Landes sind stolz auf eueren Kampf. Mit eurer Geschlossenheit und Entschlossenheit gebt ihr jedem Arbeiterherz Hoffnung. Ihr seid bereits Sieger. Euer Kampf ist ein Kampf, damit Eure Kinder leben können. Euer Kampf ist gerecht und ehrlich. Kämpft weiter und wir sind uns sicher, dass sie nicht lange Chinesisch mit euch reden, sondern sich eurer Sprache beugen werden. Wir, die Arbeiter von Larko, gehen den gleichen Weg. Euer Kampf ist auch unser Kampf. Wir werden an Eurer Seite stehen und sind immer bereit, wenn ihr uns braucht."