Antifaschismus

Antifaschismus

Die Gefangennahme Ernst Kaltenbrunners – ein Erfolg des antifaschistischen Widerstands

Am 10. Mai 1945 wurde in der Nähe von Bad Ischl der Chef der SS und der Gestapo (Geheime Staatspolizei, Anm. d. Red.), Ernst Kaltenbrunner, festgenommen. Der Österreicher Kaltenbrunner trat 1930 in die NSDAP und 1931 in die SS ein. Er war ein glühender Anhänger Adolf Hitlers und baute die NSDAP und SS in Wien mit auf. Er drängte auf den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland und bereitete ihn vor.

Von einem Korrespondenten aus Eisenach

Als ein skrupelloser und machthungriger Funktionär im Apparat der Hitler-Faschisten wurde er nach Heydrichs Tod¹ zum Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und Stellvertreter des SS-Chefs Heinrich Himmler ernannt. Er entschied über die Einlieferung in die KZs, also über das Leben und den Tod von Millionen Menschen.

 

Unglaublich aber wahr druckte die österreichische Zeitung Kurier ein Interview mit einem der Neffen Kaltenbrunners wie folgt ab: „Gar nicht aus können hat er", als man ihn nach Berlin berufen habe, als Chef des Reichssicherheitshauptamtes, und damit an die Spitze von Gestapo und SS, ganz nach oben in der Hierarchie der NS-Diktatur: "Nein sagen, ging nicht ... Der Onkel Ernst war nicht der Schlächter, als der er hingestellt wird…" (Kurier vom 28.3.2014).

 

Stattdessen wurde er als fescher, sportlicher Mann, den die Frauen mögen und der einigen geholfen hätte, beschrieben. Auch den im Bergwerk Aussee gelagerten Kunstschatz hätte er angeblich gerettet und nicht die Bergarbeiter von Aussee in Verbindung mit der antifaschistischen Widerstandsorganisation Willy-Fred. Es ist eine sehr üble Methode, die Verantwortlichen des Hitler-Faschismus reinzuwaschen. Das geschieht, indem man seine Erscheinung vom faschistischen Inhalt trennt, von der völkischen Ideologie wie Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und extremem Antikommunismus, die Kaltenbrunner vollständig und verantwortlich mittrug. Dass diese Aussagen vom Neffen eines Kriegsverbrechers kommentarlos abgedruckt wurden, bestätigt das neue Buch von Stefan Engel: „Die Herrschenden haben kein wirkliches Interesse daran, den grundsätzlichen Charakter des Faschismus aufzudecken, der ja die reaktionärste Variante der kapitalistischen Gesellschaft ist. Bürgerliche und faschistische Ideologie sind wesensgleich.“ (Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus S. 233) ...

 

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