Wartburgkreis

Wartburgkreis

Diskussionen auf Augenhöhe über die Notwendigkeit einer neuen Friedensbewegung

Der Ostermarsch Westthüringen in Ohrdruf machte Station an der Gedenkstätte für die Opfer der Todesmärsche aus dem KZ Buchenwald und zog dann zum Truppenübungsplatz der Bundeswehr.

Korrespondenz

Obwohl mit dem Ukrainekrieg der Kampf um den Weltfrieden notwendiger denn je ist, kamen dieses Jahr nur etwa die Hälfte der früheren Teilnehmer. Es fehlten auf der einen Seite die „Putin-Verteidiger“ von KPD und DKP – und andererseits kleinbürgerliche Kräfte und Grünen-Anhänger. Die gut 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarschs 2022 in Ohrdruf waren Genossen und Anhänger der „LINKEN“, von MLPD, REBELL und Eisenacher Aufbruch, vom Internationalistischen Bündnis und von der VVN, die alle auch mit Redebeiträgen zu den Kundgebungen beitrugen. Es wurde klar Stellung genommen, gegen die imperialistische Politik aller Mächte, die in diesen Krieg verwickelt sind. Große Einigkeit herrschte in der Einschätzung, dass Russland ein imperialistischer Staat ist und dass sämtliche Waffenlieferungen durch Deutschland und die Aufrüstung der Bundeswehr abzulehnen sind. Die reaktionäre ukrainische Regierung bekam ebenfalls viel Kritik ab, so am Bespiele der faschistischen Verbände, die Teil der ukrainischen Streitkräfte sind.

 

Mehrere Teilnehmer berichteten freimütig, wie sie erst einmal mit ihrer früheren Vorstellung von Putin und Russland als Friedenskräfte aufräumen mussten. Die Gefahr der Ausweitung dieses Krieges zu einem dritten Weltkrieg sehen die meisten, aber insbesondere die Vorbereitung eines atomaren Krieges wird noch unterschätzt. Reichen Appelle an Politiker, um den 3. Weltkrieg zu verhindern, oder brauchen wir eine Front des aktiven Widerstands? Das stellte ein Beitrag heraus. Besonders die Arbeiter und die breiten Massen sind die Hauptkraft der neuen Friedensbewegung. Das zeigt die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen gegenüber den ukrainischen Flüchtlingen und besonders das Beispiel der Arbeiter in Häfen und Logistikzentren in Italien und Griechenland, die Waffenlieferungen bestreikten. Klar ist, dass die Bewegung noch eine viel größere Breite bekommen muss.

 

Die Kundgebung war geprägt von einer offenen, solidarischen Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Es wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht , das offene Mikrofon rege genutzt. Elf Teilnehmer trugen sich als Unterstützer des Aufrufs für eine Front zur Verhinderung eines Weltkriegs ein, gleichzeitig wurden auch Unterschriften für den Appell „Nein zum Krieg“ gesammelt, der in der Überschrift auf „Verteidigung der Demokratie und des Sozialstaates“ orientiert, was auch kritisch diskutiert wurde. Viele Diskussionen und großes Interesse gab es zur Frage des Opportunismus gerade im Friedenskampf. Es wurden neue freundschaftliche Kontakte geknüpft und die Auseinandersetzung über die Stärkung einer neuen Friedensbewegung wird so weiter geführt.