Workshop und Einsatz mit Gabi Fechtner

Workshop und Einsatz mit Gabi Fechtner

Klare Kante, hoher Anspruch und Vertrauen in die Jugend statt opportunistische Anpassung

Am 13. April warben wir, MLPD und REBELL Essen gemeinsam, in Essen-Katernberg für das Widerstandskomitee von MLPD und REBELL gegen Militarisierung und die akute Weltkriegsgefahr.

Korrespondenz

Mitten auf dem Katernberger Markt bauten wir unseren Stand auf. Gabi Fechtner begann mit einem Workshop und fragte: „Warum machen wir überhaupt systematische Kleinarbeit?“ Weil die Massen die Geschichte machen. Dazu müssen sie mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung kommen – und das gerade wenn sich, so wie jetzt, etwas grundsätzlich Neues entwickelt. Wir haben eine Weltkrise, damit steht infrage, wie die Leute bisher gelebt haben. Das bringen wir auf den Punkt und setzen uns darüber auseinander. Die Gefahr eines Dritten Weltkriegs ist akut und muss verhindert werden: Dazu braucht es aktiven Widerstand! Mit der systematischen Kleinarbeit organisieren wir überzeugende Argumente. Solange die Leute denken, „in der Ukraine ist Krieg, da wird sich die Regierung schon darum kümmern“ und die Ursachen nicht verstehen, oder Illusionen haben, machen sie auch nicht beim Widerstandskomitee mit.

 

Unser Vertrauen in die Massen und unsere Partei sind grundlegend und ein Gegenprogramm zu negativistischen und skeptizistischen Darstellungen der Massen, isolierten Aktionen an ihnen vorbei oder opportunistischer Einschmeichelei, wie der bürgerlichen Parteien im Wahlkampf. Jeder Trupp erhielt gezielt ausgewähltes Material, im Zentrum stand diesmal die Mitmachliste für das Widerstandskomitee zum aktiven Widerstand gegen die akute Weltkriegsgefahr. Wie man anspricht, wurde gemeinsam erarbeitet.

 

Im Einsatz bewährte sich, dass wir mit klarer Kante prägnant die Entscheidung herausforderten: "Mach mit im Widerstandskomitee gegen die akute Weltkriegsgefahr!" Das gab zunächst Widerspruch: Sollte man nicht erst mal allgemeiner fragen was sie so zur Situation meinen? Wir diskutierten: Bei bisherigen Einsätzen sagten wir oft relativ unverbindlich und tendenziell opportunistisch zu Jugendlichen: "Was meinst Du zum Krieg? Wir machen übrigens auch ein Konzert, da kannst du hinkommen". Das hat nicht besonders herausgefordert und einem unbestimmten Standpunkt der Jugendlichen eher weiteren Spielraum gegeben. Wenn die Jugend einen Weltkrieg verhindern will, muss sie durchblicken, sich verändern und festlegen.

 

So konnten wir mit klarem Profil, klarer Kante und direkter Herausforderung bei relativ kurzer Einsatzzeit eine ganze Reihe ernsthafte Jugendliche gewinnen. Mit diesem klaren Anspruch wird sich dann auch gleich auf anderem Niveau auf die Einschätzung der Situation vereinheitlicht, als wenn man erst mal unverbindlich und ohne klare Positionierung nachfragt. Es ist dagegen eine opportunistische Methode, die Leute sozusagen am kleinsten gemeinsamen Nenner „abzuholen“. Es gilt sie herauszufordern, ihnen Vertrauen entgegenzubringen, dass sie auch komplizierte Zusammenhänge verstehen und hohe Anforderungen an die Selbstveränderung annehmen, wenn sie richtig gestellt werden.

 

Im Anschluss werteten wir direkt aus: Unsere Ansprache entfaltete sofort den Kampf um die Denkweise und wir trafen auf die ganze Bandbreite an Meinungen. Jugendliche die sich direkt eintrugen, als hätten sie drauf gewartet, dass es eine Organisationsform des aktiven Widerstands gibt. Aber auch einige, die sich mit dieser realen Gefahr nicht befassen wollen. Hier diskutierten wir grundsätzlich: „Es ist an der Zeit Lebensentscheidungen zu treffen, eine aktive Rolle einzunehmen, statt vor der schwierigen Realität zu flüchten oder mit sich selbst zu beschäftigen“. Dass Jugendliche darüber ernsthaft ins Nachdenken kommen ist ja wohl auch schon ein Gewinn! Natürlich hat auch die Beeinflussung durch die Herrschenden ihre Wirkung: Von einer Clique mit fünf Mädchen fanden zwei, aufgrund deren Propagierung unter Jugendlichen als Abenteuerprojekt, die Bundeswehr gut und wollen dorthin gehen. Eine andere trug sich entgegen dieser Position ihrer Freundinnen ganz bewusst für das Widerstandskomitee ein.


Wir hoffen, wir konnten Anregungen für den Aufbau der Widerstandskomitees von REBELL und MLPD geben!