Ostermarsch Wilhelmshaven
Redebeitrag der MLPD polarisierte
Etwas über 100 Leute beteiligten sich am diesjährigen Ostermarsch in Wilhelmshaven am Nachmittag des Ostermontag.
Aufgerufen und organisiert hatte ein Dreierteam von SPD, Grünen und Linkspartei. Beim Auftakt, zum Abschluss und an drei Stationen während der Demo sprachen Vertreter des DGB, der Linkspartei, der MLPD, der Jusos, des Jugendparlaments sowie ein Veteran der Friedensbewegung, ein Pfarrer und ein Mann aus der Ukraine. Aus den Reden und den Gesprächen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern merkte man, dass die Mehrheit Waffenlieferungen in die Ukraine und die Kriegspolitik der Bundesrepublik ablehnte oder diesbezüglich mindestens ein ungutes Gefühl hatte. Gleichzeitig war die Unsicherheit riesengroß, wie man sich in der gegenwärtigen Lage eigentlich positionieren soll.
Am deutlichsten brachte das der Beitrag des Pfarrers auf der Treppe seiner Kirche zum Ausdruck: Frieden schaffen ohne Waffen funktioniert nicht mehr. Aber Frieden schaffen mit Waffen widerspricht der christlichen Ethik. Er nannte das ein ungelöstes Dilemma. In diese Stimmung der Ostermarschierer wirkte der Redebeitrag der MLPD wie ein Katalysator: Er erzeugte vom wütenden antikommunistischen Protest des grünen Landtagskandidaten Alexander von Fintel bis zu großer Zustimmung eine ganze Reihe von Reaktionen. Die Zustimmung aber überwog und selbst noch auf dem Nachhauseweg sprachen uns mehrere Leute an, um den Beitrag zu loben. Vor allem Anhänger der Linkspartei waren über die klare Orientierung offenbar sehr froh.
Dabei blieb es aber nicht. Zwei Leute unserer Initiativgruppe „Die Internationalisten“ warben für ein Widerstandskomitee. Als die Abschlusskundgebung zu Ende war, hatten sich zwölf Leute eingetragen!