Stuttgarter Montagsdemo

Stuttgarter Montagsdemo

Daimler-Arbeiterin: "Als Arbeiter müssen wir Verantwortung übernehmen"

Die Stuttgarter Montagsdemo gegen den Krieg in der Ukraine gedachte all der Opfer dieses Krieges in einer Schweigeminute und drückte ihre Solidarität mit allen Betroffenen aus.

Korrespondenz

Die griff dann vor allem das Bild einer NATO als Friedensmacht an, deren Krieg in Afghanistan doch erst vor kurzem in einem Desaster endete. Auch dort wurde nicht Freiheit und Demokratie und Schulbildung für Mädchen erreicht, sondern es wurden viele Zivilisten Opfer eines Krieges, der ganz andere Ziele verfolgte. Dass es dem ukrainischen
Präsidenten Selenski bei seinen heftigen Forderungen nach schweren Waffen nicht um die Unabhängigkeit der Ukraine geht, zeigt, dass dies Regierung alles dafür getan hat, ihr Land nicht nur ökonomisch an EU und USA zu binden, sondern auch dem NATO-Militärbündnis beizutreten.

 

Im Augenblick versuchen die bürgerlichen Medien die Blutspur der NATO-Kriege seit dem 2. Weltkrieg zu verwischen und die NATO als Friedensgarant dastehen zu lassen. In Wirklichkeit hat sie jahrzehntelang mit ihrer Osterweiterung dafür gesorgt, dass sie heute direkt vor Russland steht. Ständig haben die USA als am meisten hochgerüstete Macht ihre Aufrüstung verstärkt. Diese gesteigerte Hochrüstung bedeutet die Vorbereitung auf einen neuen Weltkrieg um die Neuaufteilung der Einflussgebiete, und es bedeutet, dass die Menschen überall ärmer wurden, auch in Deutschland, zum Beispiel durch die Inflation, die heute schon viele zwingt, ihre Ersparnisse anzugreifen.

 

Eine Kollegin von Daimler stellte die wichtige Frage: was können wir machen. Sie sagte, dass sie klar gegen Waffenlieferungen sei. Denn es bleibe nicht beim Krieg Russlands gegen die Ukraine! Da treffen in Wahrheit zwei imperialistische Mächte aufeinander in ihrem Kampf um Märkte und Macht. Als Arbeiter müssen wir Verantwortung übernehmen. So wie die Kollegen in Italien mit ihrem Generalstreik letzte Woche: Ihre Forderung war "Nieder mit den Waffen, rauf mit den Löhnen".

 

Wichtig war auch der Hinweis einer Sprecherin von Solidarität International (SI), dass es dringend wird, die internationale Einheitsfront gegen den imperialistischen Krieg aufzubauen. Deshalb sammelt SI Spenden sowohl für die Nothilfe in der Ukraine als auch für die Friedensbewegung in Russland, die für Arbeitersolidarität über Grenzen hinweg eintritt. Die Spenden der heutigen Montagsdemo werden dafür verwendet.