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Faschisten und „Querdenker" versuchen den 1. Mai zu okkupieren

Etwa 1200 Menschen beteiligten sich an der Demo des DGB zum 1.Mai in Düsseldorf und knüpften damit fast unvermindert an den 1.Mai-Demos der Vor-Corona-Zeit an.

Korrespondenz
Faschisten und „Querdenker" versuchen den 1. Mai zu okkupieren
Bild aus Düsseldorf (rf-foto)

Vertreten waren alle DGB-Gewerkschaften und verschiedene Parteien wie die Linkspartei, die DKP, die KKE und andere. Die MLPD war aber die einzige Partei, die deutlich sichtbar und hörbar am offenen Mikrofon die Notwendigkeit des aktiven Widerstandes gegen die akute Gefahr eines Dritten Weltkriegs zum Ausdruck brachte - zusammen mit der Forderung nach Lohnnachschlag und für eine Zukunft der Jugend – gegen deren Militarisierung. Auch SPD und die Grünen beteiligten sich mit ihren Fahnen und Transparenten an der Demo – aber, sie vermieden es, dabei auch nur mit einer Zeile auf ihre Rolle bei den brandgefährlichen Kriegsvorbereitungen einzugehen.

 

Auch aus den Reihen der alten Friedensbewegung, von Attac und anderen Kräften gab es Schilder, die vor einem drohenden Dritten Weltkrieg warnten. MLPD und der Jugendverband REBELL bekamen Zuspruch für ihre Schilder und Forderungen und eine ganze Reihe Kolleginnen und Kollegen trugen sich für die Widerstandskomitees von MLPD und REBELL gegen einen Dritten Weltkrieg ein. Auch für den Aufbau einer neuen Friedensbewegung gab es Unterschriften in der Liste des Internationalistischen Bündnisses. Verschiedene linke Organisationen wurden von uns auf die Demo am 8.Mai in Essen und Gelsenkirchen angesprochen.

 

Bundeskanzler Olaf Scholz war vom DGB als Hauptredner in Düsseldorf geladen. Proteste gegen ihn und die Politik der Ampel-Koalition in der Kriegsvorbereitung, der Umweltpolitik usw. sind vollkommen gerechtfertigt. Was sich dann aber auf dem Johannes-Rau-Platz, wo die DGB-Kundgebung stattfand, abspielte, hatte mit berechtigtem Protest nichts mehr zu tun. Ca. 80 reaktionäre und faschistoide „Querdenker“ und auch offene Faschisten versuchten – gut vorbereitet, orchestriert und ausgerüstet mit Lautsprecherboxen, Megafonen und Trillerpfeifen – die DGB-Kundgebung für ihre reaktionären Zwecke zu okkupieren. Völlig unverständlich, weshalb im Vorfeld die Sicherheitsbehörden – neben der Polizei schließlich auch der Personenschutz für Kanzler Scholz – keine Vorbereitungen dagegen getroffen hatte. Das galt um so mehr, als die „Gegendemos“ der „Querdenker“ Tage vorher angekündigt waren.

 

Es sollte wohl der Eindruck erweckt werden, als kämen die Proteste der Kriegsgegner alle aus dieser düsteren rechten Ecke. Selbst vor körperlicher Gewalt gegen Unterstützer der MLPD und gegen einzelne Grüne schreckten diese Faschisten nicht zurück, was die Polizei allerdings unterband. Diese faschistischen Provokationen richteten sich gegen den 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse insgesamt. Sie begannen schon, als vor Scholz verschiedene DGB-Redner sprachen. Das war nicht „das Volk“, das waren Todfeinde der Arbeiterklasse, die hier provozierten. Die MLPD hat sofort danach eine Erklärung geschrieben.