Südafrika

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Großfarm Habata weiterhin bestreikt

In Kirkwood, Sunday Valley Eastern Cape, Südafrika, einem Hauptanbaugebiet für Zitrusfrüchte und Wein, sind seit sieben Tagen alle Betriebe und Schulen geschlossen und 3000 Leute riegeln die Stadt ab.

Korrespondenz

In Kirkwood, Sunday Valley Eastern Cape, Südafrika, einem Hauptanbaugebiet für Zitrusfrüchte und Wein, sind seit sieben Tagen alle Betriebe und Schulen geschlossen und 3000 Leute riegeln die Stadt ab. Die bestreikte Großfarm Habata hat, wie in letzter Zeit bei allen großen Streiks in Südafrika üblich, private Security angeheuert, die mit scharfer Munition schießt. Mindestens ein Arbeiter wurde erschossen, mehrere verwundet. Die Arbeiter fordern einen Stundenlohn von 30 R (1,80 €). Zur Zeit ist der Wochenlohn 71 €, wovon noch 18 € für Transport abgezogen werden.

 

In den ersten Streiktagen war ein Wohnheim für ausländische Arbeiter in Brand gesteckt worden. Der Hintergrund ist die extreme Konkurrenz zwischen einheimischen und ausländischen Arbeitern um die Arbeitsplätze. Nicht in dem migrantischen Kollegen den Feind zu sehen, sondern sich zusammenzuschließen, das ist eine zentrale Kampfaufgabe der Arbeiterklasse in ganz Südafrika.

 

Ein Streikführer, Vuyisile Sikani, erklärt, dass die Zitrusbetriebe schuld an der Fremdenfeindlichkeit seien: "Wie kann es sein, dass die einheimischen Arbeiter nur 12 % der Arbeitsplätze erhalten? Die größten Farmen in unserem Tal tun dies und schüren damit Fremdenfeindlichkeit. Sie wissen genau, dass sich die Arbeiter wegen des Brotes, das sie zwischen sie legen, gegenseitig bekämpfen werden.“ Ein Arbeiter sagt: "Wir sind hier eins. Wir kämpfen hier gemeinsam. Das Problem ist, dass die Landwirte eine Kluft zwischen uns aufreißen und Arbeiter aus anderen Ländern holen wollen, um ihnen R10 (60 Cent) pro Stunde zu zahlen. Das macht unseren Kampf schwer".

 

Die Firma Habata wirbt mit dem Slogan „Wir sind uns bewusst, dass wir nur so gut sind wie unsere Mitarbeiter und betrachten jeden einzelnen von ihnen als Teil der Habata-Familie“. Während des Streiks können die Arbeiter jetzt mal ein paar Orangen essen, was sonst mit sofortiger Entlassung bestraft wird.