Politischer Skandal
1. Mai Rostock: DGB geht mit Polizei gegen MLPD vor!
Etwa 500 Leute beteiligten sich an der 1.Mai-Veranstaltung des DGB auf dem Kastanienplatz in Rostock. Erstmals gab es keine Demonstration zum 1. Mai. Die DGB-Jugend rief zu einem Fahrradcorso auf.
Angesichts der drohenden Weltkriegsgefahr und der Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten auf die Arbeiter und breiten Massen wurden Tariferhöhung zum Ausgleich der Inflation und staatliche Ausgleichsmaßnahmen gefordert.
Ein politischer Skandal ist, dass uns als MLPD als einziger Partei, die sich konsequent gegen die drohende Weltkriegsgefahr wendet, einen Stand auf dem Platz verweigert wurde, während der DGB mit den Kriegsbefürwortern SPD und GRÜNE keine Probleme hat. Angeblich gäbe es einen „demokratischen“ Beschluss des DGB-Kreisverbandes Rostock, dass die MLPD nicht teilnehmen dürfe. Eine inhaltliche Begründung wurde verweigert. Selbst das Verteilen des 1. Mai-Aufrufes ließ der DGB rechtswidriger Weise durch die Polizei verbieten, die gegen mehrere Verteiler Platzverweise erließ. Offensichtlich befürchtete der DGB wie in Neubrandenburg lautstarken Protest und Widerstand gegen seine Unterstützung des Kriegskurses der Bundesregierung. Lautstark protestierten wir gegen dieses antikommunistische gutsherrliche Vorgehen und machten es auf dem Platz und an allen Ständen breit bekannt. Alle Angesprochenen reagierten mit Unverständnis und verurteilten dieses undemokratische Vorgehen, das der gewerkschaftlichen Überparteilichkeit und Einheit widerspricht. Sieht so das Motto „GeMAInsam Zukunft gestalten“ aus? Einem Teilnehmer, der sich bei Stefan Schad (IG Metall) darüber empörte, antwortete dieser: Er soll die Klappe halten, sonst würde er ihn auch vom Platz verweisen lassen!
Gegen diesen ungeheuerlichen Vorgang werden wir weiter politisch und juristisch vorgehen und für unser demokratisches Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit eintreten und es verteidigen. Doch der Schuss ging nach hinten los! Als MLPD waren wir in aller Munde und erfuhren viel Solidarität, Zustimmung und Ermunterung, uns von dieser Schikane nicht unterkriegen zu lassen. Viele Gespräche führten wir über den Imperialismus und wie ein Weltkrieg verhindert werden kann: 23 Unterschriften für die neue Friedensbewegung, 12 Exemplare des Rote Fahne-Magazins und mehrere Bücher „Die Krise der bürgerlichen Ideologie“ wurden verkauft, über 40 € gespendet sowie mehrere neue Kontakte waren die positive Bilanz.