Kämpferisch, feierlich, zukunftsweisend

Kämpferisch, feierlich, zukunftsweisend

Tolle Atmosphäre bei der Abschlusskundgebung und der Einweihung der sozialistischen Gedenkstätte

Kurz vor 13 Uhr - die kämpferische kulturvolle Demonstration gegen die Weltkriegsgefahr trifft vor der Horster Mitte ein, der Platz vor der Bühne füllt sich mit Menschen, die heute ein Signal der neuen Friedensbewegung setzen, einem Meer von roten Fahnen, Transparenten und Parolen gegen den Ukraine-Krieg und jede imperialistische Aggression.

Von gis
Tolle Atmosphäre bei der Abschlusskundgebung und der Einweihung der sozialistischen Gedenkstätte

Es erklingt das italienische Partisanenlied Bella Ciao, das jeder und jede auf dem Platz kennt und mitsingen kann. Von Beginn an herrscht eine einzigartige Atmosphäre. Eine Atmosphäre der Entschlossenheit, einen Dritten Weltkrieg unter allen Umständen zu verhindern, sich auf keinen Fall auf die Seite einer der kriegsführenden Parteien zu schlagen. Eine Atmosphäre der internationalen Solidarität und Freundschaft, des Zusammenhalts, der Arbeiterkultur, der Siegeszuversicht. Alles ist sorgfältig vorbereitet, Technik, Essensstände, die Sockel für die Gedenktafeln der sozialistischen Gedenkstätte, der Livestream, der die ganze Veranstaltung für die Öffentlichkeit und alle, die nicht selbst teilnehmen können, aufzeichnet und live ausstrahlt... Viele junge Leute sind auf dem Platz. Zu den Demonstranten stoßen Nachbarn und weitere Besucher, Schaulustige und Weitgereiste.

Getragen von einem wachsenden Bündnis

Die Moderatorin Lena Cay und der Moderator Peter Weispfenning begrüßen die eintreffende Demonstration: Sie setzt einen wahrlichen ersten Paukenschlag der neuen Friedensbewegung. Sie ist getragen, so Peter Weispfenning, von einem wachsenden Bündnis. Bis gestern haben 24 Organisationen und 770 Einzelpersonen den Aufruf "Für eine neue Friedensbewegung gegen jede imperialistische Aggression! Bauen wir an einer Front, um einen Dritten Weltkrieg zu verhindern!“ unterzeichnet, wie der außerordentliche Kongress des Internationalistischen Bündnisses am gestrigen 7. Mai bilanzieren konnte. Und die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer wächst weiter. Auch die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Abschlusskundgebung und der Einweihung der Gedenkstätte wächst im Lauf der nächsten Stunden auf über 1500.

Grüße von zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens

Spürbar, sichtbar, hörbar war das auf der ganzen Abschlusskundgebung - mit einem Feuerwerk von Beiträgen, Argumenten, Liedern und Grußworten aus Deutschland und vielen Ländern der Welt. Eine Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens grüßten die Demonstration und ihre Abschlusskundgebung. Dr. Antje Vollmer, ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages für die Grünen, Mitverfasserin des kritischen Offenen Briefs an Olaf Scholz schreibt: „Aus erheblichen gesundheitlichen Gründen kann ich leider nur noch wenig mittun beim Aufbau einer neuen Friedensbewegung. Es gab über unseren offenen Brief viele Debatten, natürlich auch viel Kritik. Aber schon der mit so großer Mehrheit gefasste Beschluss im Bundestag (gemeint ist der zu den Waffenlieferungen - die Red.) zeigt doch, dass es notwendig war, eine Gegenposition aufzumachen." Margot Käßmann, Theologin, ehemalige Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages und Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover: "Einen herzlichen Gruß nach Essen. Gut, wenn Frauen sich für Frieden und Abrüstung engagieren. Immer wieder werden sie Opfer von Krieg, Vertreibung, Vergewaltigung. Ich bin zutiefst überzeugt, dass nicht mehr Waffen, sondern nur Waffenstillstand und Investitionen in Frieden unsere Welt zukunftsfähig machen." Auch Hans-Christian Ströbele, der für die Grünen jahrzehntelang im Bundestag war, bedankt sich für die Einladung, ebenso der fortschrittliche Liedermacher Konstantin Wecker. Der Aufbau einer neuen Friedensbewegung ist eine Sache, die ganz offensichtlich auf ein gesellschaftliches Interesse stößt. Käthe Bernstein, ehemalige Betriebsratsvorsitzende bei der Firma Siedler, einem Autozulieferbetrieb in Tübingen, geboren 1939, erinnert sich noch heute an den furchtbaren Zweiten Weltkrieg: "Der Dritte Weltkrieg liegt in der Luft. Ich verurteile die Waffenlieferungen! Wir brauchen eine neue starke Friedensbewegung. Dieser Krieg muss gestoppt werden."

Frauen in aller Welt bewegt die Sehnsucht nach Frieden und der Kampf gegen imperialistischen Krieg

Auffallend viele Grüße an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen Demonstration kommen von Frauen in aller Welt. Sie verabscheuen den imperialistischen Krieg, in dem ihre Männer und Söhne aufeinander gehetzt werden. Frauen aus Kurdistan, aus Afghanistan, aus Belarus, aus Syrien schickten Grußworte. Stellvertretend für sie alle das Grußwort der "Vereinigung Frauen Opfer des Krieges“ aus Sarajewo: "Die 'Vereinigung Frauen Opfer des Krieges' kämpft seit vielen Jahren für Gerechtigkeit und Wahrheit gegen die Täter von Kriegsverbrechen. Es ist für uns eine Verpflichtung gegenüber den überlebenden Opfern von Vergewaltigungen, sexuellem Missbrauch und anderen Verbrechen, die an unschuldigen Zivilisten begangen wurden. ... Wir wollen, dass der Frieden die ganze Welt regiert, dass wir für Gerechtigkeit und Wahrheit kämpfen, sowohl in Bosnien und Herzegowina als auch in der ganzen Welt, wo Krieg herrscht, um ein Leben zu führen, das eines Menschen würdig ist." Ulrike Held vom Frauenverband von Courage berichtet, dass Frauen der êzidischen Frauenbewegung die Initiative in Deutschland für eine neue Friedensbewegung unterstützen. Dabei ist ihnen wichtig, dass nicht nur die Ukraine durch den russischen Überfall Kriegsgebiet ist, sondern auch der Norden Iraks mit Südkurdistan und der êzidischen Bevölkerung im Shengal.

Kulturvoller Start der neuen Friedensbewegung

Wie schon die Demonstration, so ist auch die Abschlusskundgebung äußerst kulturvoll. Zwischen den zahlreichen Redebeiträgen gibt es Lieder von der Band "Pueblos", von Maren aus Aschaffenburg, der Band Gehörwäsche und weiteren. Besonders beeindruckend: Der Kinderchor der ROTFÜCHSE, der ein eigens für diesen Tag geschriebenes Lied "Kinder für Frieden und Freiheit" einstudiert hat und gemeinsam vorträgt. Stefan Engel, Leiter der Redaktion des REVOLUTIONÄREN WEG, trägt ein eigenes Lied vor: Über die Todesverachtung, die die Menschen ergreifen muss, wenn sie mit aller Entschlossenheit gegen den Imperialismus und für den Sozialismus kämpfen und zur überlegenen Kraft werden. Ein kunstvolles Friedensplakat von Rainer Günther wird enthüllt und schmückt über die ganze Länge den Turm der Horster Mitte.

Der antiimperialistische Kampf muss international geführt werden!

Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der revolutionären Weltorganisation ICOR, die mittlerweile 62 Mitgliedsorganisationen in 49 Ländern auf allen Kontinenten hat, trägt Grüße des Arbeiterrats der Ukraine vor. Die Genossen schreiben, dass nur eine sozialistische Revolution die Arbeiter in der Ukraine befreien kann. Von zwei russischen Organisationen, die im Kampf gegen den Angriffskrieg des neuimperialistischen Russland vornedran stehen und wütenden Repressionen ausgesetzt sind, kommen Grüße: Sie sagen, es ist eine Lüge, dass 70 Prozent der russischen Bevölkerung den Krieg unterstützen! ICOR-Parteien aus Portugal, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz sind begeistert von der Initiative für eine neue Friedensbewegung. Im Sinne der internationalen Solidarität und des internationalen antiimperialistischen Kampfs sprachen auch Vertreter der Migrantenorganisationen ATIF, BIR-KAR und vom Freundeskreis Flüchtlingssolidarität in Solidarität International.

Bedeutende Rolle der Arbeiterklasse

Markus Stockert, Stahlarbeiter, Arbeiterplattform des Internationationalistischen Bündnisses: "Die meisten Kollegen lehnen den Krieg in der Ukraine und die Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs ab. Die bedeutende Rolle der Arbeiterklasse ist noch nicht allen meinen Kollegen bewusst. Weltweit müssen die Arbeiter mit Massendemonstrationen und politischen Streiks gegen einen Dritten Weltkrieg kämpfen. Die Bedeutung eines Kampfs um Lohnnachschlag liegt gerade darin, dass hier die Verbindung von ökonomischem und politischem Kampf möglich ist. In Griechenland kämpfen die Arbeiter um Löhne, Arbeiterrechte und dagegen, dass ihr Land längst NATO-Aufmarschgebiet geworden ist."

Eindringliche Rede der MLPD-Vorsitzenden Gabi Fechtner

Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner warnt eindringlich vor der Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Sie zeigt gleichzeitig auf, welche glänzende Perspektive in einem entschlossen und zielklar geführten Kampf gegen den Imperialismus liegt: "Die Gefahr eines Dritten Weltkriegs eskaliert zur Zeit! Alle Kriegsparteien haben ausgerufen, dass sie mit allen Mitteln bereit sind, ihren Sieg durchzusetzen. Das ist aber nur mit der Lieferung schwerer Waffen, der Ausbildung von Soldaten in Deutschland oder Beteiligung von britischen oder US-amerikanischen Soldaten möglich. Damit werden diese Länder immer mehr zur Kriegspartei und wir stehen am Rande eines Weltkrieges. Das bedeutet auch: Wir stehen an einer Scheidelinie: Geht die Welt in einem Dritten Weltkrieg unter oder geht sie nach vorne und erkämpft die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt, in denen die Ursachen für solche imperialistischen Kriege für immer überwunden werden? ... Es sind dieselben Ursachen und Verursacher, warum die Ukraine in Schutt und Asche gelegt wird, warum in Deutschland die Armut zunimmt, Millionen Arbeiter durch die Inflation drastische Entwertung ihrer Löhne erfahren müssen, oder jetzt selbst die völlig unzureichenden bisherigen Umweltschutzmaßnahmen der Kriegspolitik geopfert werden. ... Was ist die Perspektive? ... Zurück zu dem Zustand, zu dem imperialistischen Frieden, der diese Situation erst heraufbeschworen hat? Alle Imperialisten sind zur aktiven Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs übergegangen. ... Nein, es gibt kein Zurück, wir stehen vor dem großen Schritt vorwärts in die Zukunft! Wir erleben Zeiten großer Veränderungen, und die fordern zu großen Entscheidungen heraus. Wir brauchen einen grundsätzlichen Ausweg und müssen in dieser Situation den Kampf für den Sozialismus stärken. Wir brauchen eine internationale sozialistische Revolution. Das liegt erst recht auf der Hand, weil die materiellen Voraussetzungen für eine sozialistische Gesellschaft ohne Krieg und Krisen, im Einklang von Mensch und Natur längst allseitig geschaffen sind." Sie geht darauf ein, dass die klaren Positionen der heutigen Demonstration vielleicht noch Minderheitenpositionen sind. "Aber es sind die richtigen, die sich durchsetzen werden. Auch Karl Liebknecht hatte 1914 vor dem Ersten Weltkrieg noch aus einer Minderheitenposition heraus als einziger im Reichstag gegen die Kriegskredite gestimmt. Er hat recht behalten und seine Positionen haben die Massen ergriffen. So wird es auch der neuen Friedensbewegung gehen."

Einweihung der sozialistischen Gedenkstätte

Ein Highlight des Tages ist die Einweihung der sozialistischen Gedenkstätte, die von Stefan Engel eingeleitet wird. Alle diese Revolutionäre, so Stefan Engel, Karl Marx, Friedrich Engels, Karl Liebknecht, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Ernst Thälmann und Willi Dickhut, verbindet eines: Unversöhnlicher Kampf gegen das imperialistische System und seine barbarischen Kriege. Ganz besonders würdigt Stefan Engel Willi Dickhut. Er hat sich als revolutionärer Arbeiter die dialektische Methode angeeignet und dabei einen vorbildlichen antifaschistischen Kampf geführt. Er war einer der wenigen Kader der KPD, die den revisionistischen Verrat durchschaut haben. Er begann 1968 mit seinem Renteneintritt mit dem Parteiaufbau. Er wurde unser Vorkämpfer und prägte die MLPD. Mit unendlicher Geduld und prinzipieller Kritik und Selbstkritik hat er bescheidene Kader erzogen. Er legte die theoretischen Grundlagen unserer Partei und entwickelte auch die Grundlage für die Lehre von der Denkweise, die unter den heutigen Bedingungen des Klassenkampfes und Parteiaufbaus große Bedeutung hat. Allen hat Stefan Engel die neue Broschüre der MLPD über Willi Dickhut ans Herz gelegt

 

Jeder Revolutionär wurde von einem Mitglied des Jugendverbands REBELL vorgestellt, sieben Vorbilder in aufgewühlten Zeiten. Die Texte hatten die REBELL-Gruppen im Vorfeld des 8. Mai gemeinsam erarbeitet.

 

Marx, der Mann des Jahrtausends, genialer Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus;

Engels als Textilfabrikantensohn, der seine Klasse verraten hat und mit der Arbeiterklasse verschmolzen ist;

Clara Zetkin, die den internationalen Frauentag ins Leben gerufen hat;

Rosa Luxemburg, mutige Revolutionärin, die von Lenin teilweise kritisiert wurde, der aber sagte: "Ein Adler war sie doch";

Karl Liebknecht, der 1918 die sozialistische Republik Deutschland ausrief;

Ernst Thälmann, der Hafenarbeiter, der KPD-Vorsitzender wurde;

Willi Dickhut, der nie aufgegeben hat: "Du bist mein Vorbild, Willi Dickhut, du hast dein Leben lang gekämpft!"

 

Gabi Fechtner, Käthe Kleffel und ein REBELL-Mitglied, der Willi Dickhut vorstellte, enthüllten die Tafeln.

 

Der Abend endete im schönsten Sonnenschein mit ausgelassenem Tanz zur Musik der Band "Gehörwäsche". Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer räumten dann gemeinsam den Platz auf.

 

Hier der Bildreport von den heutigen Aktivitäten