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Am MLPD-Stand so viel Literatur verkauft wie bisher noch nie

Erstmals hatte der DGB wieder eine Demonstration für die traditionelle Route und Kundgebung auf dem Marktplatz angemeldet, nachdem es vergangenes Jahr wegen Corona keine Demonstration gegeben hatte.

Von Korrespondenten
Am MLPD-Stand so viel Literatur verkauft wie bisher noch nie
1. Mai 2022 in Bremen (rf-foto)

Dieses Jahr nahmen etwa 1.500 Menschen an Demonstration und Kundgebung vom DGB teil. Wir hatten von MLPD und REBELL schon vor Beginn der Demonstration auf dem späteren Kundgebungsplatz einen Infotisch mit vielseitiger Literatur und hochaktuellen Werken wie dem Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus" aufgebaut. Im Vorfeld war uns mitgeteilt worden, dass dieses Jahr von Seiten des DGB keine außergewerkschaftlichen Infostände genehmigt würden, "wegen Corona". Dies hielten wir für vorgeschoben.

 

Kaum hatten wir mit dem Aufbau begonnen, kam auch schon jemand vom Ordnungsamt, die uns überzeugen wollte, den Stand wieder abzubauen. Wir argumentierten, dass wir das natürlich nicht tun würden und dass Kommunisten ganz klar zum 1. Mai gehören. Ihre Aussage, es gebe ja auch Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die MLPD von Seiten des DGB, korrigierten wir und machten klar, dass die IG Metall die einzige Gewerkschaft sei, die diese antikommunistischen Beschlüsse noch aufrecht erhält.

 

Auch am heutigen 1. Mai, dem wie seit Jahrzehnten nicht mehr außerordentliche Bedeutung zukam angesichts der drohenden 3. Weltkriegsgefahr, herrschte großes Interesse an unseren Positionen, Analysen und Plänen wie z. B. aktiv zu werden in einem Widerstandskomitee gegen alle imperialistischen Kriegstreiber - egal ob Russland, Nato, USA. Etwa 20 Personen trugen sich dafür in eine Liste ein, die Hälfte davon Jugendliche und junge Erwachsene. An Literatur wurde so viel verkauft wie noch nie an einem 1. Mai in Bremen: für über 200 € wechselten gut zehn Exemplare des Buchs "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Opportunismus", etliche Exemplare des Parteiprogramms der MLPD, Klassiker,, Rote Fahne- und REBELL-Magazin, sozialistische Romane ... die Besitzer.

 

Viele Menschen treibt natürlich die Frage um, was man denn machen muss, was richtig ist in dieser eskalierenden Situation, und haben ein großes Bedürfnis, sich Klarheit zu verschaffen. Einige zeigten auch deutliches Interesse an einer gemeinsamen Fahrt am 8. Mai zur Demonstration für den Aufbau einer neuen Friedensbewegung in Essen und Gelsenkirchen, auf die wir uns schon sehr freuen. Ein Redner auf der DGB-Bühne trat öffentlich für die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine ein. Dies und seine Aussage, dass man "bessere Ausrüstung der Bundeswehr" nicht mit "Aufrüstung" gleichsetzen dürfe, führte zu Buh-Rufen und Pfiffen aus der Zuhörerschaft. Wir konnten nach gut fünf Stunden unseren Infostand - bis dahin unbehelligt - zufrieden wieder abbauen.