1. Mai
Braunschweig Kollegen gegen Krieg und für kräftiges Lohnplus
In Braunschweig nahmen gut 1500 Kolleginnen und Kollegen an der Kundgebung und der Demo zum 1. Mai teil. Spürbar war die Stimmung gegen die imperialistische Kriegstreiberei, ob von Russland oder der NATO.
„Waffen bringen keinen Frieden! Mehr Waffen bringen weniger Frieden!“, so Malte Stahlhut, DGB-Stadtverbandsvorsitzender in seiner Eröffnung. Die Vertreterin der Gewerkschaft ver.di berichtete über den harten Kampf für bessere Bezahlung von Pflege und Kinderbetreuung. Sie griff an, dass für die geforderte Lohnerhöhung angeblich „kein Geld da“ sei, obwohl sie nur ca. eine halbe Milliarde ausmacht, aber zugleich 100 Milliarden für die Bundeswehr locker gemacht werden sollen.Sie überbrachte: „Solidarische Grüße an die Kollegen der IG Metall, die gerade über 8 Prozent im Stahl fordern!“. Das bekam viel Applaus! Die Kolleginnen und Kollegen von Helios fordern gerade 15 Prozent.
Ihre kämpferische Rede stand im harten Kontrast zum Hauptredner, Professor Rudolf Hickel, der als fortschrittlich gilt, aber unserer Erwartungen sehr enttäuschte. Immer wieder setzte er an berechtigten Interessen der Kolleginnen und Kollegen an, um dann den sozialchauvinistischen Kurs der Gewerkschaftsführung zu vertreten. Er äußerte z.B. Verständnis dafür, das für „Transformation“ und Umbau der Wirtschaft erst noch das Geld verdient werden müsse, und dass halt noch Gas und Kohle für Stahl gebraucht wird, usw. Bei der Bewertung der Ukraine ging er vollends zur Regierungsmeinung über. Sie wäre angegriffen worden, weil sie sich demokratisieren wolle. Ziemlich verklausuliert sprach er sich für Waffenlieferungen aus. Kein Wort dazu, dass ukrainische Bergarbeiter vor Kriegsbeginn für die Auszahlung ihrer Löhne streikten. Oder dass die Kabelbäume für VW und andere Autohersteller mitten in Kriegsgebieten produziert werden und die Kollegen dafür ihr Leben riskieren.
Auf dem anschließenden großen Familienfest des DGB im Bürgerpark machten MLPD und REBELL einen gemeinsamen Stand. Wir waren offiziell eingeladen, Ergebnis eines langjährigen Kampfs gegen ein Standverbot, dem wir uns nie untergeordnet hatten! Viele fanden unserer Position gegen JEDE imperialistische Aggression richtig und lehnten die Aufrüstung ab. Manche hatten Angst vor einem Dritten Weltkrieg, andere sagten, das passiert schon nicht. Wir bekamen über 40 Unterschriften für die Liste des Internationalistischen Bündnisses und einige Eintragungen für eine Widerstandsgruppe.
Zusammen mit Genossen und Kollegen, die in Wolfsburg und Salzgitter an den DGB-Aktivitäten teilgenommen hatten, ließen wir den Tag mit einer Grillfeier ausklingen.