Gesundheit

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Der Kopf gehört zum Körper – Faszientraining mit positiver Wirkung bei Depressionen

Die Uni Witten / Herdecke veröffentlichte im Februar eine Studie¹ über die Wechselwirkung zwischen den Faszien im Schulter- und Nackenbereich und Depressionen. Die Faszien sind das muskuläre Bindegewebe. Untersucht wurden 149 depressiv erkrankte Probanden auf die Veränderung ihrer Stimmung einmal mit richtig angeleitetem Faszientraining und nutzlosen Übungen. Das Ergebnis: Bei allen Probanden mit dem Training verbesserte sich die Stimmung spürbar.

Korrespondenz

Die Studie liefert zwar bisher noch keine Erklärung dafür, sondern bekundet, dass dies noch weiter untersucht werden müsse. In einer zweiten Studie verglich man die Beschaffenheit der Faszien zwischen depressiven Menschen und gesunden Menschen. Hier zeigte sich, dass die depressiven Probanden unbeweglicher waren und häufiger Verklebungen hatten als gesunde Menschen.

 

Ich als chronisch-zyklisch depressiv erkrankter Mensch habe mir daraufhin gesagt: Da machst du den Selbstversuch – und habe mir eine Faszienrolle und einen Doppel-Faszienball für den Rücken besorgt. Anfangs noch etwas schmerzhaft, waren die Übungen, die ich am gesamten Körper an allen wesentlichen Muskelpartien gemacht habe, aber sehr angenehm. Besonders auffällig: Immer wenn ich solche Übungen z.B. vor einem Treffen gemacht habe, steigerte sich meine Konzentration und ganz besonders meine Stimmung verbesserte sich positiv. Selbst nach intensiven Einsätzen in der praktischen Kleinarbeit ist das ein richtiger Segen, denn so ein Ausklang am Abend wird dadurch richtig schön und nicht mehr zu eine zusätzlichen Kraftanstrengung – was bei solchen Erkrankungen durchaus der Fall sein kann.

 

Das schönste Ergebnis dabei ist, dass ich eigentlich zyklisch seit gut zehn Tagen eine neue depressive Phase haben müsste. Diese ist jedoch ausgeblieben – erstmals seitdem ich meine Krankheitsverläufe nachvollziehen kann. Sicher spielen auch noch weitere Faktoren eine Rolle, die ich derzeit verändere, jedoch dürfte dieses Training eine wichtige Rolle spielen. Es zeigt sich auf jeden Fall, dass sogenannte psychische Erkrankungen nicht auf den Kopf reduziert werden können.