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Tesla: Wird Trinkwasser für Privathaushalte rationiert?

Die Gigafactory Tesla fährt die Produktion Schritt für Schritt hoch. Bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr sollen könnten auf dem Gelände in Grünheide östlich von Berlin eines Tages entstehen. Doch inzwischen ist klar, dass die Sache mit dem Wasser keineswegs lachhaft ist. Wasser könnte für private Haushalte rationiert werden

Korrespondenz

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) ist für die Trinkwasserversorgung des Werks und der umliegenden Gemeinden zuständig. Vor Kurzem haben Medienberichte in der Region für Aufsehen gesorgt, wonach der Verband den privaten Wasserverbrauch deckelt: auf 105 Liter pro Person und Tag. Zunächst solle diese Rationierung nur für Neukunden gelten, ab 2025 dann für alle Kundinnen und Kunden des WSE. Das hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet.

 

Aus Sicht der Gegner ist die Gigafactory dagegen eine Umweltkatastrophe. Nicht nur, weil der Konzern rund 170 Hektar Wald rodete und die Fabrik in einem Wasserschutzgebiet steht. "Es ist richtig gravierend, wie die Natur zerstört wird", sagt Manuela Hoyer, die die Bürgerinitiative Grünheide gegen die Ansiedlung gegründet hat. Am 11. April liefen 15.000 Liter aus dem Behandlungsbad der Elektrotauchlackierung aus. Angeblich habe keine Gefahr "eines Eintrages in das Grundwasser oder die Kanalisation" bestanden.

 

Tesla hat in den Genehmigungsunterlagen einen maximalen jährlichen Wasserbedarf von 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser angemeldet. Das würde dem Jahresbedarf einer 40.000-Einwohner-Stadt entsprechen, berichtete der Deutschlandfunk. Der Wasserverband Strausberg-Erkner darf rund 3,8 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr fördern. Eigentlich wollte das Landesamt für Umwelt die Wasserentnahme auf 2,5 Millionen Kubikmeter beschränken. Doch dann wäre die gleichzeitige Versorgung von Tesla und den rund 170.000 Menschen im Verbandsgebiet nicht mehr möglich gewesen. Berlin und Brandenburg waren dem Deutschen Wetterdienst zufolge 2021 mit Niederschlagsmengen von 560 beziehungsweise 590 Litern pro Quadratmeter die beiden trockensten Bundesländer.