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8. Mai Feierliches Gedenken - Polizeirepressionen bei Antifademo

Mit knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Kundgebung, die von der der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert worden war - besser besucht, als in den vergangenen Jahren. Eine Kernforderung von verschiedenen Unterstützerorganisationen war, den 8. Mai zum Feiertag zu machen.

Korrespondenz
8. Mai Feierliches Gedenken - Polizeirepressionen bei Antifademo
Die Kundgebung in Augsburg (rf-foto)

In Anbetracht der allgemeinen Krisensituation und des Ukraine-Kriegs war, die Veranstaltung nicht als Feier zur Befreiung ausgerichtet, sondern wurde mehr als Mahn- und Gedenktag mit Zeitzeugenberichten begangen. Allein die Jugend skandierte, dass der Kapitalismus die Grundlage für den Faschismus ist, den es im Klassenkampf zu überwinden gilt.

 

Ca. 40 junge Menschen stießen - als kürzlich gegründeter Zusammenschluss zum Antifa Aufbau Augsburg - mit der Zeit zur Kundgebung dazu. Sie wollen kontinuierlich und organisiert arbeiten und sehen in der antifaschistischen Arbeit neben dem Organisieren von Demos auch die antifaschistische Gedenkkultur und Bildungsarbeit, sowie das aktive Vorgehen gegen Rassisten und Faschisten. Wir von der MLPD konnten Kontakte für eine Zusammenarbeit knüpfen.

 

Im Anschluss an die Kundgebung trat diese Gruppe als Veranstalter einer Antifademo auf, der wir uns anschlossen. Dabei wurde die Ausrichtung des Staatsapparates offensichtlich, wenn zu diesem Demozug von 30 bis 40 jungen Antifaschistinnen und Antifaschisten ein größeres Polizeiaufgebot zum Einsatz kam. Während es bei der Kundgebung überhaupt keine expliziten Auflagen der Polizei gab, wurden nun sechs Ordner verlangt, deren Personalien aufgenommen wurden. Fahnen mit Symbolen der Sowietunion, also mit kommunistischen Symbolen, wurden willkürlich verboten. Ebenso eine Fahne, die nicht zugeordnet werden konnte, mit Androhung des Gewahrsams der Fahnenträger.

 

Ohne ersichtlichen Grund wurde der Demozug (mit 30 bis 40 Leuten) plötzlich in einer engen Straße gestoppt und der Zug wurde beinahe eingekesselt. Es gab keine Verkehrsbehinderung, da keine Autos unterwegs, oder einen sonstigen offensichtlichen Anlass dafür. Wir konnten dabei unter den noch nicht ganz so erfahrenen jugendlichen Genossen Diskussionen über diese polizeiliche Taktik diskutieren und warum der Staatsapparat aus einer Defensive heraus so reagiert. Begleitet wurde der Demozug zwischenzeitlich von einem kleinen Feuerwerk über der Altstadtmauer, das schon einen lebhaftes und überraschendes Zeichen setzte. zwei Leute wurden während des Demozuges in Gewahrsam genommen.