Stimmen zum 8. Mai in Gelsenkirchen

Stimmen zum 8. Mai in Gelsenkirchen

Es ist wichtig, dass die Arbeiter gegen den Krieg kämpfen

Die Rote Fahne Redaktion hat Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Demo für eine neue Friedensbewegung vor der anschließenden Einweihung der Gedenkstätte für Revolutionäre am 8. Mai in Gelsenkirchen nach ihren Eindrücken gefragt

Von ar
Es ist wichtig, dass die Arbeiter gegen den Krieg kämpfen
Das Fronttransparent der Demonstration (rf-foto)

Eine Rebellin aus Witten

„Die Demonstration hat mir sehr, sehr, sehr gut gefallen. Es war die erste Demonstration in meinem Leben. Ich komme aus Vietnam und bin erst seit acht Monaten in Deutschland. Wir müssen dafür kämpfen, dass es keinen Krieg gibt – gegen Putin, gegen die USA und die NATO. Ich finde es toll, was REBELL und MLPD machen und ich bin sehr gerne dabei.“

Ein junger Mann aus Aschaffenburg

„Es war eine tolle Demonstration. Ich finde gut, dass man auch viele Gewerkschaftsfahnen gesehen hat. Denn es ist wichtig, dass die Arbeiter gegen den Krieg kämpfen. Es geht hier um Rohstoffe, um Macht und es muss klar werden, dass das Großkapital dahinter steckt. Es ist wichtig, dass wir eine neue Friedensbewegung aufbauen. Ich bin bei der Demo mit einer ukrainischen Kommunistin gelaufen. Sie wohnt seit vier Wochen im Ruhrgebiet und hat im Internet Recherche betrieben. Sie hat dann diese Demo gefunden, nachdem sie erst nur auf anarchistische oder pro-russische oder Pro-NATO-Aktionen gestoßen ist. Dann hat sie diese Demo entdeckt und diese hat ihr gefallen – auch die Verbindung mit Marx und Lenin. Es war ihre erste Demo seit sieben Jahren. In der Ukraine war sie Repressionen ausgesetzt.

 

Dass heute auch noch die Gedenktafeln zu den Revolutionären aufgestellt werden, ist total richtig. Das hat man ja schon bei der Aufstellung der Lenin-Statue gesehen: Sie hat eine Diskussion losgetreten, die heute sehr wichtig ist, damit der Sozialismus wieder ins Bewusstsein kommt. Der Imperialismus zeigt heute sein wahres Gesicht und meine Kollegen sehen inzwischen auch, dass das Imperialismus ist.“

Ein älterer Genosse aus Hamburg

„Ich bin sehr begeistert über diese Demonstration. Es ist ein Paukenschlag für die neue Friedensbewegung. Hier wird völlig klar, dass es angesichts der Entwicklung nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder der Weltkrieg oder die Weltrevolution. Deshalb ist es auch richtig, dass wir hier gleich noch die Gedenktafeln für die Revolutionäre aufstellen.“

Ein Kollege aus Gelsenkirchen

„Die Demonstration war sehr erfrischend. Die Leute waren sehr engagiert. Man hat gemerkt, dass sie es ernst damit meinen, dass nur wir – die Arbeiter – einen Weltkrieg verhindern können. Und wie hier auch schon angesprochen wurde: Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter. Was mir besonders aufgefallen ist: Es sind auch viele junge Leute hier. Ich kann mich an Demonstrationen erinnern, wo nicht so viele Jugendliche dabei waren. Heute waren sie sehr aktiv und zahlreich. Es geht ja auch um ihre Zukunft.“

Eine junge Arbeiterin aus Baden-Württemberg

"Die Demonstration war sehr beeindruckend. Ich war im Arbeiterblock mit Arbeitern aus verschiedenen großen Betrieben, der Autoindustrie, auch aus der Pflege usw. Diese Demonstration ist auch der Beweis dafür gewesen, dass die Arbeiterklasse das Rückgrat der neuen Friedensbewegung werden muss. Das ist hier richtig lebendig geworden. Wir haben für die Demo auch in Süddeutschland mobilisiert, weil es wichtig ist, auf die erste bundesweite Demonstration zu gehen, die klar sagt, worum es sich hier handelt und dass wir eine neue Friedensbewegung brauchen.“

Ein ROTFUCHS-Mädchen aus Witten

„Es hat mir gut gefallen. Weil wir mitten auf die Straße gegangen sind, viele von uns die ROTFUCHS-Fahne haben flattern lassen. Und weil wir was gegen den Weltkrieg gemacht haben, und weil das immer Spaß macht mit den Rotfüchsen.“

Ein Kollege aus Essen

Ich war nicht bei der Demo, ich war hier eingeteilt als Ordner, weil es ja öfter mal passiert, dass möglicherweise Faschisten kommen und stören wollen. Aber wir haben Glück gehabt: Es ist nichts passiert. Dass wir hier gleich noch die Gedenktafeln einweihen, finde ich absolut richtig. In den letzten Wochen habe ich mit vielen Leuten gesprochen und habe sie informiert, dass das hier heute stattfindet. Den einzigen, den die Leute noch nicht gut kannten, war Willi Dickhut. Er ist noch nicht so die bekannte Persönlichkeit, was wir ändern werden. In drei Monaten haben wir wieder so eine tolle Veranstaltung – wenn der Karl Marx kommt.“

Ein Arbeiter aus Rüsselsheim

Ich fand es sehr beeindruckend, dass jetzt zum Auftakt der neuen Friedensbewegung so viele Leute da waren. Und ich unterstütze es absolut, dass wir das in die Betriebe tragen. Ich denke, so kommt auch etwas auf die Beine. Ich fand es sehr gut, wie das die griechischen Arbeiter gemacht haben - mit Streiks. Das ist schon das richtige Zeichen, aber da muss halt noch viel geklärt werden. Wir haben russische Kollegen, die sagen, Putin ist gegen den Faschismus. Ein Ukrainer sagt, der Selenskyi ist noch der Beste, den wir hatten, die anderen waren korrupter. Man muss sich darüber einig werden, um was es geht.“