München und Lübeck

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Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst

"Rote Fahne News" hat am Donnerstag, dem 12. Mai 2022, über den Aktionstag der Streikenden im Sozial- und Erziehungsdienst berichtet, zu dem 10.000 Menschen sich in Gelsenkirchen versammelten und kämpferisch für ihre Interessen eintraten.

Korrespondenten / Rote Fahne
Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst
Demonstration am Donnerstag in München (rf-foto)

Auch in anderen Städten fanden kämpferische Demonstrationen und Kundgebungen statt.

Ein Korrespondent berichtet aus München

"Gut 2000 Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst versammelten sich zum Warnstreik auf dem Marienplatz. Die Streikenden fordern bessere Arbeitsbedingungen, mehr Zeit für pädagogische Arbeit, mehr Wertschätzung und bessere Bezahlung. Die Protestierenden kamen auch aus Nürnberg und der Oberpfalz. Mit Pfeifkonzerten wurden die Reden unterstrichen, da die kommunalen Arbeitgeber bis heute keine Entgegenkommen zeigen. Die ver.di-Verhandlungsführerin kündigte die Fortsetzung des Streiks an, sollte nicht eine echte finanzielle Aufwertung und eine nachhaltige Entlastung der Beschäftigten erfolgen. Unter den Streikenden herrschte eine sehr kämpferische Stimmung."

Und hier ein Bericht aus Lübeck

"Am Donnerstag, dem 12. Mai, streikten ca. 250 Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen in Lübeck für mehr Lohn, bessere Arbeitsbedingungen und Vergütung der Ausbildung. Die Erzieherinnen und sozialpädagogische Assistenten müssen fünf Jahre in ihrer Ausbildung ohne Einkommen auskommen. Eine Heilerziehungspflegerin berichtet von der Situation bei der Essensausgabe in einer Schule: wenig Personal, Hetze, die Lautstärke ist so groß, dass sie Ohrenschmerzen bekommt, sie zieht jetzt Ohrenschützer an. Die Eltern müssen 5 € für ein Mittagessen für ihre Kinder bezahlen, was oft nicht sehr gesund ist. Die "Trockenesser", die Kinder, die selbst was zum Mittagessen mitbringen sollen, kommen oft an die Essensausgabe und wollen auch etwas haben: "sie hätten noch Hunger" oder "wollen auch so einen Joghurt". Die Eltern bezahlen dann auch noch für die Betreuung der Grundschülerinnen und -schüler bis 17.00 Uhr.


Kostenloser Mittagstisch und Betreuung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, statt Milliarden in die Rüstung!

Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sind höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, Vorbereitungszeiten müssen angerechnet werden."